Brütting diskutiert mit der Lokalen Agenda 21

Agendagruppen gehen nach dem 47. Parlament mit großen Schritten auf 25. Geburtstag zu.

Aalen. Nach zwei Jahren Corona-Pause tagte wieder das Parlament der Lokalen Agenda 21 unter dem Motto „Agenda Life – mit Power aber ohne Powerpoint“. „Wahrscheinlich hätten wir mit dem Motto „Grill den Brütting“ mehr Leute erreicht, aber das ist nicht unser Stil“ mit diesem Hinweis auf die gute Kooperation zwischen Agenda 21 und Stadtverwaltung eröffnete Ulrich Holzbaur, Mitglied des Sprecherteams der Lokalen Agenda 21 das 47. Agendaparlament im Torhaus; auch in Vertretung des Hausherrn, der dann auch auf die Bühne gebeten wurde. Oberbürgermeister Frederick Brütting bemerkte, dass er selbst vor 12 Jahren als Sprecher der Agendagruppe Jugendbeteiligung Teil hier im Agendaparlament gewesen sei. Diese Agendagruppe hat 2022 das DoubleA-Festival ausgerichtet. Brütting hatte sein eigenes Original der „Grenzen des Wachstums“ von Dennis Meadows mitgebracht, das schon 1972 die Probleme eines ungezügelten Wachstums vorausgesehen hat. Warum die Kommunen und Bürgermeister so wichtig für die Nachhaltigkeit sind, zeigte Brütting unter Rückgriff auf das Buch „If Mayors Ruled the World“ und auf das Greenwashing der EU-Taxonomie.

Die Bedeutung der Kommunen und der lokalen Infrastrukturen zeigte er auch am Beispiel der Städtepartnerschaften 2.0 und der Krankenhausinfrastruktur auf. Brütting kündigte eine Umweltkonferenz mit den Partnerstädten an den nächsten Reichsstädter Tagen an. Den klassischen drei Säulen der Nachhaltigkeit – zu denen er vielfältige Beispiele aus Aalen brachte, aber auch die Konkurrenz um Flächen thematisierte - stellte Brütting eine vierte an die Seite: die demokratische Säule. Man merkte dem OB an, dass ihm die Themen Teilhabe und Gestaltung wichtig sind, der Jugendgemeinderat ist dafür ein gutes Beispiel.

An den Vortrag von Brütting schloss sich eine lebhafte Diskussion an, einer der Schwerpunkte war die von Brütting angesprochene Schaffung von Wohnraum. Im Bericht des Agendarats ging Holzbaur auf die Arbeit der Agendagruppen ein. Mehrere Agendagruppen stellten kurz ihre seitherigen und geplanten Aktivitäten vor. Unter anderem wurde auf die 2023 geplante Mitmach-Konferenz, den Schenktag und BIKEtheWEST hingewiesen. Alle geplanten Termine, Sitzungen und Kontaktdaten der Agendagruppen können über www.aalen.de/agenda21 abgerufen werden.

25. Geburtstag steht an

Anschließend stellen Monika Bieg-Körber und Peter Schäffer die Ziele und Aktivitäten der Gruppe Klimaentscheid Aalen und ihre Beziehung zu Nachhaltigen Entwicklung vor. Der Antrag auf Aufnahme des Klimaentscheids als Agendagruppe wurde vom Agendaparlament einstimmig befürwortet. Im Jahr 2023 wird die Agenda ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Dazu werden sich im Oktober alle Agendagruppen an jeweils einem Tag mit einem Event präsentieren können. Das Agendaparlament am 16. Oktober und eine 25-Jahr-Feier am 27. Oktober 2023 werden Teil dieser Veranstaltungsreihe sein. Dem offiziellen Ende nach eineinhalb Stunden schlossen sich noch Diskussionen in kleinen Gruppen an, die zeigten, wie wichtig das persönliche Treffen ist. Die Sitzung zeigte auch, wie lebendig Agendaarbeit sein kann.

Über die Lokale Agenda

Die Lokale Agenda 21 setzt sich seit fast 25 Jahren für die Nachhaltige Entwicklung ein. In über einem Dutzend Agendagruppen werden konkrete Themen von Barrierefreiheit und Bildung über Kulturküche und Tauschring bis zur Weststadt bearbeitet. Viele der Agendagruppen sind inzwischen auch eigenständig organisiert.

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