Kommentar: Katharina Scholz zur OB-Frage

CDU und Grüne ohne Plan

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Katharina Scholz
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Wer die „gewissen einflussreichen Kreise“ waren, die Inge Birkholds OB-Kandidatur verhindert haben, kann man nur vermuten. Gerüchte besagen, es seien Industrielle gewesen. Inwiefern die Gerüchte belastbar sind, ist unklar. Fest steht jedoch, dass das, was hinter den Kulissen abgelaufen ist, undemokratisch war.

Die Unterstützung von CDU-Fraktion, CDU-Stadtverband, Grünen-Fraktion und Grünen-Stadtverband hätte Inge Birkhold gehabt. Nur diese Kreise sollten beteiligt sein, eine Kandidatin oder einen Kandidaten für eine Partei oder beide Parteien aufs Schild zu heben. Nicht irgendwelche anderen Kreise, einflussreich oder nicht.

Ein großes Problem haben nun die Aalener CDU und die Aalener Grünen deswegen. Dass bisher keine der beiden Parteien eine Alternative zu Inge Birkhold präsentiert hat, kann nur eins bedeuten: Sie haben keine. Dass eine der beiden Parteien inzwischen eine Kandidatin oder einen Kandidaten gefunden hat und sich aus strategischen Gründen aber noch zurückhält, wäre möglich, aber unklug. Schließlich drängt die Zeit und Frederick Brütting ist schon mitten drin im Wahlkampf.

Bei der Planlosigkeit, die bei den großen Fraktionen im Gemeinderat zu herrschen scheint, darf man die kleineren nicht vergessen. Vielleicht sind es am Ende die Freien Wähler, die einen aussichtsreichen Kandidaten gewinnen können?

Bislang ist Frederick Brütting, der einzige aussichtsreiche Bewerber. Lebenslauf, Reden, Auftreten: Alles scheint beim SPD-Kandidaten perfekt. In der Perfektion wirkt er manchmal aber ein wenig distanziert. Wenn Grüne, CDU, Freie Wähler oder eine andere Fraktion es noch schaffen sollten, eine Kandidatin oder einen Kandidaten zu präsentieren, sollte er oder sie natürlich kompetent sein, aber auch in Sachen Herzlichkeit und Bürgernähe punkten können, um Aussichten zu haben. Inge Birkhold wäre so jemand gewesen.

Mehr dazu:

- OB-Wahl in Aalen: Nun sind fünf Kandidaten im Rennen

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