Kontaktnachverfolgung und Kontrolle

Coronaverordnung: Das ist wichtig

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Achtung: Wer daheim einen Selbsttest durchführt und ein positives Ergebnis erhält, muss sein Ergebnis mit einem PCR-Test bestätigen lassen.
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Im Dschungel der Coronaverordnungen und -begriffe kann der Durchblick verloren gehen. Was gilt nach einem positiven Selbsttest oder für enge Kontaktpersonen? Eine Zusammenfassung.

Aalen

Enge Kontaktpersonen, Absonderung, Isolation, Quarantäne – im Dschungel der Coronabegriffe kann leicht der Überblick verloren gehen. Was passiert nach einem positiven Schnelltest, was nach einem positiven Selbsttest? Was ist, wenn Sie eine Kontaktperson eines mit Corona infizierten Freundes sind? Wir klären auf.

1Was ist eine enge Kontaktperson? Eine enge Kontaktperson ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) eine Person, die – wie der Name schon sagt – näheren Kontakt zu jemandem hatte, der oder die positiv auf Corona getestet wurde. Das ist etwa ein Mensch, der mindestens 15 Minuten Gesichtskontakt hatte mit einer infizierten Personen oder gemeinsam mit dieser gesungen, Sport getrieben oder ein längeres Gespräch ohne Abstand und Maske geführt hat. Eingestuft werden diese Personen durch das Gesundheitsamt.

2 Was passiert, wenn ich eine enge Kontaktperson bin? Eine enge Kontaktperson kann sich in Absonderung begeben, sobald sie davon erfährt, teilt Katharina Oswald, Referentin des Landrats im Kreis, mit. Eine Pflicht, sich in Absonderung zu begeben, bestehe, sobald sich das Gesundheitsamt bei der engen Kontaktperson meldet. Dann bestehe für diese Anspruch auf eine PCR-Testung.

Für Haushaltsangehörige von engen Kontaktpersonen „besteht eine Testpflicht mittels Schnelltest oder PCR-Test auf das Coronavirus“, sagt Katharina Oswald weiter.

3 Absonderung, Isolation; Quarantäne was ist der Unterschied? Absonderung ist der Oberbegriff für Isolation und Quarantäne. Die Absonderung dauert in der Regel 14 Tage. Dies teilt das Land Baden-Württemberg mit.

4 Was passiert nach einem positiven Schnelltest? Nach einem positiven Schnelltest, der von geschultem Personal durchgeführt wurde, muss es sofort nach Hause gehen. Das Ergebnis sollte mit einem PCR-Test bestätigt werden. Dazu wenden sich positiv getestete Personen an die Teststellen im Kreis. Dieses Vorgehen empfiehlt das Land im Merkblatt „Mein Schnelltest ist positiv“.

Ist der PCR-Test negativ, endet die Absonderung laut Schreiben sofort.

Ist der PCR-Test positiv, wende sich das Gesundheitsamt an Patientinnen und Patienten und frage enge Kontaktpersonen ab. Danach gibt es eine Bescheinigung der Behörde – für die erkrankte Person, die Haushaltsangehörigen und enge Kontaktpersonen, so das Schreiben weiter.

5 Was passiert nach einem positiven Selbsttest? Wer daheim einen Selbsttest durchführt und ein positives Ergebnis erhält, muss sein Ergebnis mit einem PCR-Test bestätigen lassen. Dazu wenden sich positiv getestete Personen an die Teststellen im Kreis. Das Land empfiehlt, bis zum Vorliegen des Ergebnisses in freiwillige Quarantäne zu gehen.

Was ist mit Haushaltsangehörigen? Eine Pflicht zur Absonderung bestehe für diese erst ab dem Zeitpunkt, an dem der positive PCR-Test vorliegt.

6 Was gilt für Haushaltsangehörige von positiv getesteten Personen? „Haushaltsangehörige des Indexfalles müssen nach Kenntnisnahme des positiven PCR-Tests einer im Haushalt wohnenden Person sich grundsätzlich in Absonderung begeben“, erklärt Katharina Oswald. Die Dauer der Absonderung werde durch die Coronaverordnung bestimmt. Diesen Haushaltsangehörigen empfehle das Gesundheitsamt für die Absonderung Coronatests. Es bestehe jedoch keine Testpflicht, erklärt Katharina Oswald weiter.

Gesundheitsamt an der Grenze

Kommt das Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung an die Kapazitätsgrenzen? „Nachdem die Fallzahlen erheblich gestiegen sind, waren wir bei der Kontaktpersonennachverfolgung an personelle Grenzen gekommen, so dass Kontaktpersonen teilweise erst mit ein oder zwei Tagen Verzug per E-Mail informiert wurden“, teilt Kreissprecherin Susanne Dietterle mit. Und weiter: „Wir haben inzwischen unser Personal aufgestockt und werden in Kürze den Zeitverzug wieder aufgearbeitet haben.“ Die Kommunikation mit dem Gesundheitsamt erfolge überwiegend per E-Mail und telefonisch, Briefe werden laut Kreisverwaltung nur in Ausnahmefällen verschickt.

Und wer kontrolliert das Einhalten der Absonderung im Ostalbkreis? Die Kontrolle übernehmen die Ortspolizeibehörden der Städte und Gemeinden.

Und was ist mit Strafen? Ein Blick in den Bußgeldkatalog für Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz zeigt, dass Verstöße gegen die Absonderung zwischen 50 und 5000 Euro Strafe kosten. Im Wiederholungsfall können bis zu 25 000 Euro fällig werden. maro

„Unser Schutz“

14 Tage dauert die Absonderung in der Regel. Warum diese wichtig ist, erklärt Professor Dr. Ulrich Solzbach, Chef der Kliniken Ostalb: „Nach aktuellem Wissensstand ist eine mit Corona infizierte Person ungefähr 14 Tage ansteckend. Aus diesem Grund muss auch eine Quarantäne bei Kontaktpersonen solange vorgeschrieben sein. Die Quarantäne ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Sie dient zum Schutz von uns“, betont er.

Solzbach gibt einen Tipp zur Durchführung des Selbsttests: „Das bekommt jeder Laie hin“, betont er. „Man sollte sich hierfür aber die notwendige Zeit nehmen und sich in aller Ruhe die Beschreibung gut durchlesen und dann sorgfältig Schritt für Schritt vorgehen.“ Bei einem positiven Ergebnis müsse rasch ein PCR-Test folgen. maro

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