Darf Kirche  politisch wirken?

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Auftakt zur religiösen Woche in Aalen.

Auftakt der katholischen Gemeindeerneuerung zum Jubiläum „150 Jahre Kirche in Aalen“.

Aalen. „Ihr werdet in Freude  schöpfen aus der Quelle des Erlösers“. In großen Lettern über dem Portal ruft die Salvatorkirche diese Botschaft in die Stadt hinunter. So eröffnete der Jesuit Dr. Felix Körner seinen Vortrag zum Auftakt der Gemeindeerneuerung anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Kirche in Aalen“.

Pfarrer Wolfgang Sedlmeier zeigte sich erstaunt über die große Resonanz auf die Einladung zur Gemeindeerneuerung, „mit der wir uns gegenseitig im Glauben stärken wollen“.

Felix Körner ging dann in seinen Ausführungen auf die Berufung und Aufgaben der Christen auch in den politischen Strukturen  unserer Gesellschaft detailliert mit Fragen ein: „Kann die Kirche heute politisch wirken und darf sie das?“ Die Kirche habe einen Weltgestaltungsanspruch, habe dies aber in unserer pluralen Gesellschaft noch nicht verarbeitet. Gott sei Dank sei das „konfessionelle Zeitalter“ überwunden. Jetzt gelte es, weiter zu lernen. Auch in den ökumenischen Bemühungen. Instruieren, inspirieren und integrieren laute das Gebot der Stunde. Damit lasse sich auch die Atmosphäre in der Stadt prägen. Wichtig sei dabei, auf die Botschaft Jesu zu hören und neu zu verstehen, was fehle. Insofern bedeute Gemeindeerneuerung, sich dem Herrn neu auszusetzen.

Zum klar strukturierten Abend, der vom Duo Martin Sandel (Saxophon) und Ernst Heer (Klavier) musikalisch begleitet wurde, gehörte auch eine halbe Stunde stiller Einkehr, ehe in Tischrunden diskutiert wurde. Das Ergebnis kam in kurzen Statements zum Ausdruck, wobei beispielsweise betont wurde, dass die immer mehr schrumpfenden (noch) großen Kirchen Gefahr laufen, in der öffentlichen Gesellschaft kaum mehr eine Rollen zu spielen. Deshalb liege die Zukunft der Kirchen unbedingt im ökumenischen Miteinander. ⋌afn

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