Guten Morgen

Das ist meine Meinung

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Jürgen Steck über ein Gespräch, das nicht stattgefunden hat

Als ich das Schild zweier Demonstranten lesen will, werde ich angeblafft, was ich da wolle. Das Schild lesen? Dazu ist es ja gedacht. Dachte ich mir. Und sagte das auch. Aber ich hatte eine Schutzmaske auf, als ich die Demo der "Neuen bürgerlichen Freiheit" besucht habe. Mit so jemand aber wollten die beiden nicht sprechen. Am Rande einer Demo für Grundrechte in Aalen. Ich hätte ihnen ansonsten gesagt, wie ich das sehe: Dass ihre Grundrechte nicht weg sind. Dass in Deutschland nach wie vor Gerichte Entscheidungen der Politik überprüfen können. Dass Grundrechte miteinander konkurrieren können: etwa das der Freiheit mit dem der körperlichen Unversehrtheit. Dass diese im Zweifel abgewogen werden müssen, gegeneinander. Dass es weiterhin ein Wahlrecht gibt, sodass, wer glaubt, dass er schlecht regiert wird, jemand anderen wählen kann. Dass es schließlich eine Freiheit der Meinung gibt, die immer auch die Meinung anderer zulässt, zulassen muss. Dass die viel gescholtenen Journalisten – wie andere – Fehler machen können. Dass sie sich aber an Regeln halten, an Regeln, die überprüfbar sind im Gegensatz zu dem, was man "im Internet" findet, das sei am Rande erwähnt. Dass Journalisten dann, wenn sie ihre Meinung sagen oder schreiben, dies deutlich machen. So wie jetzt in diesem Beitrag: Dass diese Samstagsdemos missbraucht werden von Leuten, Rattenfängern, denen es nicht um Grundrechte geht. Sondern um ein anderes Deutschland: Das ist meine Sorge, meine Meinung.

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