Demo gegen Corona-Frust

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Fotos: Oliver Giers
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Rund 150 Menschen versammeln sich am Samstag vor dem Rathaus. Die Themen: Beschränkungen, Impfung und allgemeine Verunsicherung. 

Aalen. Neue bürgerliche Freiheit – unter diesem Motto hatte Marcel Thiess, selbstständiger Landwirt und Mitglied der "Atlas-Initiative", am Samstag zu einer öffentlichen Demonstration vor dem Rathaus aufgerufen. Rund 150 Menschen kamen, die meisten mittleren bis gesetzten Alters, wenig Jugendliche. An die Regeln der Veranstaltung – Mindestabstand der Teilnehmer zueinander, Vermummungsverbot, Gewaltfreiheit – hielten sich alle.

In Aalen, ebenso wie bei Demonstrationen am gleichen Tag in Schwäbisch Gmünd und Stuttgart, gehe es um "Wissensvermittlung, Informationsaustausch und Meinungsbildung" in der aktuellen Corona-Situation, sagte Thiess. Er rief die Menschen auf, sich zu informieren. Kritisierte die Berichterstattung in den Medien, appellierte an die Zuhörer, verschiedene Informationsquellen zu nutzen und "auch die sozialen Netzwerke nicht auszulassen". Er selbst habe über die Corona-Krise aus den sozialen Medien erfahren.

Die Einschränkung der bürgerlichen Grundrechte – unter anderem der Versammlungsfreiheit, Berufs- und Religionsfreiheit – sei nicht länger hinzunehmen. Beifall erhielt Thiess für seinen Appell: "Dagegen müssen wir uns wehren!"

Als weiterer Redner trat Peter Lohse auf. Der selbstständige Versicherungsmakler wies auf Artikel 20 des Grundgesetzes hin. Es räume den Bürgern das Recht auf Widerstand ein, wenn Grundrechte eingeschränkt würden.

Lohse sah das Recht auf Selbstbestimmung gefährdet – unter anderem durch eine mögliche Impfpflicht gegen Corona. Hauptfigur und treibende Kraft einer solchen, möglicherweise weltweiten Impfpflicht sei Microsoft-Gründer Bill Gates. Lohse behauptete, Gates habe die WHO gekauft und setze seine wirtschaftlichen Interessen (‘Gesundheit durch Spritze') weltweit durch. Er ließ eine minutenlange, ins Deutsche übersetzte Zusammenfassung von Aussagen von Robert Kennedy, einem amerikanischen Impfgegner, abspielen. Vereinzelt hielten Menschen auf dem Rathausvorplatz Plakate hoch mit der Aufschrift "Macht und Geld traumatisieren die Welt im Namen der Gesundheit". Das Schlusswort der halbstündigen Veranstaltung hielt Marcel Thiess: Es gebe viele Dinge, die ihn misstrauisch machten, und er wisse, es seien viele Verschwörungstheoretiker und Rechtsradikale unterwegs. Er selbst aber stehe in der bürgerlichen Mitte und wolle eine Informationsplattform bieten. Themen gebe es viele im Zusammenhang mit den Corona-Beschränkungen. Unter anderem sprach er von "mutwilliger Zerstörung der Wirtschaft", Begrenzung sozialer Kontakte, Isolation von Senioren in Altenheimen, Lockdown der Kulturszene. Weitergehen soll es an den nächsten Samstagen mit einem illustren Themen-Mix: Corona-App, Bargeldabschaffung, Euro-Bonds, Steuerlast, Parteien, Staatsschulden, Diäten.

Die "Atlas-Initiative" ist eigenen Angaben zufolge ein parteiunabhängiger eingetragener Verein, der die Werte der demokratischen Grundordnung unterstützt. Er bezeichnet sich unter anderem als wertkonservativ.

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