Kommentar

Der Feind ist das Sofa: Über die Zukunft der Stadt Aalen, Gentner und Röther

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Jürgen steck
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Aalen plant die Zukunft. Die Zukunft der Stadt. Wie sieht der richtige Mix aus? Wo wohnen wir? Wo arbeiten wir? Wo kaufen wir ein?

Und wie bringt man dies alles unter einen Hut, damit die Belange möglichst aller möglichst gut abgebildet sind. Dass dazu Expertenrat eingekauft wurde, ist gut. Ob dieser Expertenrat gleich einer Monstranz über allem stehen muss in einer extrem dynamischen Zeit:

Das müssen die Entscheiderinnen und Entscheider im Gemeinderat immer wieder prüfen. Michael Röther und Johannes Gentner haben eigene Interessen, die, zumindest in Teilen, nicht mit denen der Stadt in Einklang stehen. Sie wollen halt Geld verdienen. Das ist ja nicht verwerflich. Bringt Steuern – und Jobs. Dass dabei Konflikte entstehen, das war immer so, wenn wirtschaftliche Interessen auf die des gesamtstädtischen Gefüges treffen.

Zwei Dinge aber darf die Stadt nicht tun: Sich erpressen lassen. Und, zweitens, einzig vertrauend auf die Heilslehre eines allwissenden Acocella-Gutachtens: nicht alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, die es in der Stadt gibt. Denn es ist ja auch so: Der große Gegner des Aalener Innenstadthandels, das ist nicht das Westside. Das sind schon gar nicht Schwäbisch Gmünd oder Heidenheim. Hauptfeind Nummer 1: Das ist das Sofa. Denn von dort aus bestellen die Menschen immer mehr per Mausklick – um 20 Prozent ist der elektronische Handel im vergangenen Jahr gewachsen.

Und diesen Feind, den Handel vom Sofa aus, den stoppt man nicht mit einer Verhinderungsplanung. Sondern nur mit Ideen und Mut.

Und so betrachtet mutet die Diskussion, ob jetzt Röther seinen Modepark an der einen oder anderen Stelle in Aalen hat, sehr von gestern an.

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