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Der Gipfel der Impfungen

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Tobias Dambacher über die Versuche der Politik, es auf die Spitze zu treiben

Fehlt Rat und Tat, muss irgendwo ein Gipfel her. Es war nur eine Frage der Zeit, bis nach Lockdown-Gipfel und Corona-Gipfel ein Gesundheitsminister einen Impf-Gipfel fordert. Wir erinnern uns: Ein Gipfel ist der höchste Punkt eines hohen und meist steilen Berges. Erhaben, von der Sonne beschienen, während der Rest noch in Dunkelheit harrt. Solide, kraftvoll, einfach spitze. Ein Gipfel in der Politik ist meist das ungewollte Signal, krampfhaft die Kontrolle über eine Situation gewinnen zu wollen, die weder spitze noch strahlend ist. Jens Spahn hat jetzt also den Gipfel der Impfungen gefordert. Nun, zum einen dürfte auch dem Gesundheitsminister klar sein, dass man auf dem Gipfel nicht über den Berg ist, sondern den halben Weg noch vor sich hat. Zum anderen: Je länger und steiler der Weg zum Gipfel, desto schneller geht einem auf dem Weg dorthin die Luft aus. Und wenn man auf dem Gipfel ist, kann man sagen: Von nun an geht's bergab …

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