Guten Morgen: Bea Wiese zum Internationalen Tag des Kaffees

Der heiße Zauber

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bea wiese

Tante Hanna fiel regelmäßig nach dem Genuss in Ohnmacht. Hertha fragte vor der vollen Tasse stets: Ist der wieder so stark wie letztes Mal? Und Emmi rührte ihn nicht an: „Jetzt noch? Um Gottes willen, da schlafe ich ja die ganze Nacht nicht!“ Die Gespräche beim Kaffeeklatsch meiner Oma waren vorhersehbar, und ich als kleines Mädchen wunderte mich: Wie ist es möglich, dass Erwachsene um eine, vielleicht zwei Tassen schwarzen Kaffee ein solches Tamtam machen?

Ganz ehrlich: Bis heute gehört diese Frage für mich zu den letzten ungelösten Rätseln der Menschheit. Kaffeekochen ist längst kein hauswirtschaftlicher Vorgang mehr. Kaffeekochen wird zelebriert. Von Kaffeeliebhabern jeglichen Alters mit handverlesenen Bohnen und chromblitzenden Gerätschaften im Wert eines gepflegten Gebrauchtwagens. Die neue Kaffeebewegung, die „back to the roots„-Fraktion, schwört dagegen auf Brühvorgänge mit linksdrehendem Wasser und Porzellankaffeefilter; ja genau so einer wie der mit dem angeschlagenen Rand, den wir letztens in der Mülltonne entsorgt haben, weil ihn kein Mensch mehr wollte. Wirtschaftlich also kein Grund zum Schwarzsehen für die Kaffeeröster. Und wir? Genießen ihn heute, den internationalen „Tag des Kaffees“ - und sei es bei einer Tasse Tee!

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