Guten Morgen: Über schlechte Gefühle im Supermarkt:

Der Käse und der Müll

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Tobias Dambacher
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Supermärkte vermitteln ja gerne ein gutes Gefühl. Der Bio-Joghurt. Die regionale Gurke. Forelle aus nachhaltiger Aquakultur. Ein bisschen Regenwald für einen Kasten Bier. Die Welt mit jedem Einkauf etwas besser machen. Bis neulich. Vor dem Kühlregal. Als ein Kind seine Mama um einen bestimmten Käse bat. Die Mutter lehnte ab und argumentierte, sie möchten doch Müll sparen. Das Kind zeigte auf meinen Einkaufswagen und sagte, ich hätte ihn doch auch gekauft. Die Atmosphäre vor dem Kühlregal wurde noch einen Tick eisiger, als die Mutter auf den verbalen gelben Sack klopfte: Ich würde den halt kaufen, weil ich keinen Müll sparen wollte. Das Kind verstummte. Ich fröstelte und schaute zuerst betreten meinen Käse an, dann in den Wagen der angeblichen Müllvermeider-Familie. Ob ihre übrigen Einkäufe wohl alle aus Bioplastik waren? Tobias Dambacher

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