Der KubAA tanzt - und alle machen gerne mit

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Ausschließlich Tanzbares spielte das „Blaue Krokodil“. Foto: opo
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Die Jazzcombo „Das blaue Krokodil“ und Javier Herrera unterhalten im Kulturbahnhof bestens.

Aalen. Am Samstagabend ist im KubAA kubanisches Fieber ausgebrochen. Die Jazzcombo „Das blaue Krokodil“ mit Christian Bolz am Saxophon, Markus Braun am Kontrabass, Tobias Knecht an der Gitarre und Thomas Göhringer am Schlagzeug hatten im zweiten Teil des Abends lateinamerikanische Unterstützung. Javier Herrera aus Kuba, seit 1992 in Deutschland, hat mit seinem Temperament und seiner guten Laune, die anfängliche Tanzmüdigkeit der Gäste ins Gegenteil verwandelt, was nicht an fehlenden Einladungen der Jazzcombo oder deren Stücken lag – im Gegenteil.

Auf der kleinen Bühne im Foyer des Kulturbahnhofs hatten sich die vier Musiker auf einen Tanzabend eingestellt, der bekannte Standard-, Latein- und Ausdruckstänze bediente. Wer wollte, konnte seine Tanzkünste im ganzen Raum ausleben – Platz gab es genug. Ob eine Rumba von Elvis Presley, Discofox oder ein Quickstepp – alles wurde gegeben für eine gemütliche Atmosphäre, bei der man sich unterhalten, was trinken oder der tollen Musik lauschen konnte.

Beim Fox auf einen Song von Queen ist dann Javier Herrera nach vorne gegangen. Er komme aus Kuba, erzählt er und fordert die Besucher auf, sich zu trauen und zu tanzen. Man solle einfach genießen, denn die Uhr ginge nur nach vorne. Anfänglich tanzt Herrera noch alleine, doch jetzt ist das Eis gebrochen. Erst ein Paar, dann folgen weitere vor die Bühne und wiegen sich zur Musik, fassen sich an den Händen, nehmen Stellung ein und tanzen.

Es scheint etwas Magisches von dem Moment an zu geschehen, denn plötzlich sitzt kaum noch jemand an den Tischen oder auf den Couchs. Eine Frau fordert den Kubaner zum Tanz auf, der folgt willig und beide freuen sich an der schönen Musik. Auch Kinobesucher bleiben nach deren Film interessiert stehen, tanzen vor der Garderobe. Manche kommen ins Foyer und mischen sich unter die Besucher.

Es folgt schließlich der musikalische Gastauftritt von Javier Herrera, der sich froh und dankbar zeigt, mit den vier Musikern spielen zu dürfen. Mit seiner Gitarre bleibt er nicht lange auf der Bühne, schnappt sich seinen Mikrofonständer und geht auf die Tanzfläche. Sein kubanisches Temperament erfüllt den Raum, springt über. Mit Strohhut, Gesang und den blauen Krokodilen, die an ihren Instrumenten brillieren, fühlt man sich hineinversetzt in einen kubanischen Club. Am Ende stimmen alle bei „Guantanamera“ mit ein und entlassen Herrera mit viel Beifall.

Doch der Abend ist damit noch lange nicht zu Ende. Nach einer kurzen Pause, sorgen die vier Musiker weiter für beste Unterhaltung. Und auch die Tanzbegeisterung war bis zum Schluss bei den Gästen ungebrochen. Der kubanische Einfluss hatte sich offenbar in den Beinen manifestiert. ⋌Uwe Glowienke

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