Der neue, modifizierte Impfstoff: wer ihn jetzt bekommt

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Erste Dosen des modifizierten Impfstoffes sind im Kreis angekommen. Wer nun damit geboostert erden kann und wie der Ansturm auf die Impfstützpunkte in den vergangenen Wochen war.

Aalen. Nun ist er da - der auf die Omikron-Variante angepasste Impfstoff. Ab diesem Dienstag wird er im Ostalbkreis verimpft. Aber nicht an alle, die ihn vielleicht gerne haben würden. Noch ist der Impfstoff besonderen Gruppen vorbehalten. Lange Schlangen vor den Impfstützpunkten gab es aber in den vergangenen Wochen ohnehin nicht. Für deren Koordination ist Dr. Peter Schmidt zuständig. Er beantwortet Fragen zum aktuellen Stand.

So viele Dosen des angepassten Impfstoffes stehen im Ostalbkreis zur Verfügung: „Wir haben die maximale Wochenmenge sowohl für Biontech als auch Moderna bestellt“, sagt Schmidt. „Das ist die Wochenbestellmenge.“ Das bedeutet: maximal 170 Vials - also kleine Fläschchen - von beiden. Nach dem aktuellen Stand könne man nach RKI-Empfehlung sechs Dosen pro Vial entnehmen.

Diese Menschen können den angepassten Impfstoff bekommen: Laut RKI-Richtlinien alle Menschen ab 60. „Dieser Impfstoff ist aber aktuell nur zum Boostern zugelassen“, sagt Schmidt. Das bedeutet: Wer sich jetzt - egal ob ab 60 Jahre alt oder jünger - erstmals impfen lassen möchte, bekommt den Standartimpfstoff. Alle über 60-Jährigen, die grundimmunisiert sind und sich boostern lassen wollen, bekommen den neuen Impfstoff. Ebenso Schwangere.

Das soll der neue Impfstoff leisten:Der modifizierte Impfstoff sowohl von Biontech als auch Moderna ist bivalent. „Das heißt, er soll vor einem schweren Verlauf sowohl bei einer Infektion mit dem Wildtyp als auch der Omikron-Variante schützen“, sagt Peter Schmidt. Man habe gesehen, dass auch der bisherige Impfstoff gegen den Wildtyp auch gegen die Omikron-Variante gut geschützt habe. Gebe es nun eine andere Variante, gehe das RKI davon aus, dass das auch bei der jetzt modifizierten Variante wieder so funktioniere.

So viele Menschen lassen sich aktuell gegen Corona impfen:„Wir haben im Schnitt maximal 15 Impfungen täglich jeweils an den Stützpunkten in Gmünd und Aalen“, sagt Schmidt. Er betont: Auch der herkömmliche Impfstoff, der bisher verimpft wurde und weiter für die Grundimmunisierung genommen wird, schütze gut vor einer schweren Erkrankung.

Das sind die Sorgen der Menschen, die in den letzten Wochen zu den Stützpunkten kamen:„Wir haben gespürt, dass viele verunsichert waren, ob sie jetzt noch warten sollen auf den modifizierten Impfstoff oder nicht“, so Schmidt. Der modifizierte Impfstoff sei bereits im Februar angekündigt gewesen und jetzt erst da. Das sei eine sehr lange Zeitspanne, so Schmidt. Man habe hier in der individuellen Beratung aber für jeden eine Lösung gefunden.

So zufrieden ist man mit der Impfquote im Ostalbkreis:„Wir sind momentan soweit zufrieden, dass nur wenige Menschen im Ostalbkreis an einer Corona-Infektion versterben“, sagt Schmidt. Dafür gebe es mehrere Gründe: unter anderem sei die aktuelle Variante nicht mehr so aggressiv, was mit einem vorhandenen Impfschutz gut funktioniere. Die individuelle Hygienevorsorge sei gestiegen und es gebe viele Menschen, die bei einer Virusinfektion zuhause bleiben würden - auch ohne Test. Es gebe aber noch Menschen aus der Risikogruppe, die immer noch nicht geimpft seien. „Auch Jüngere, die auch noch keine Infektion durchgemacht haben“, sagt Peter Schmidt. Für vulnerable Gruppen gebe es nach wie vor die dringende RKI-Empfehlung, sich impfen und boostern zu lassen. „Da schließen wir uns den Empfehlungen an“, sagt Schmidt. „Wir wollen aber nicht überreden, sondern überzeugen, aufklären, aufklären, aufklären“, betont er. Die Inzidenz steige aktuell in Deutschland wieder leicht „Viele kommen aus dem Urlaub“, so Schmidt. Er rechne zwar nicht mit einem Szenario wie im vergangenen Herbst und Winter, aber mit einem Anstieg der Fallzahlen.

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