Coronabedingter Einschnitt in der Krankenpflege

Der Familien- und Krankenpflegeverein Dewangen zieht Bilanz über die vergangenen Corona-Jahre.

Aalen-Dewangen. Weil der Familien- und Krankenpflegeverein Dewangen aufgrund der Pandemie im vergangenen Jahr keine Versammlung abhalten konnte, wurden bei der jüngsten Mitgliederversammlung gleich zwei Jahre bilanziert.

Vorsitzender Hans-Joachim Kossian konnte neben den Mitgliedern den stellvertretenden Ortsvorsteher Jürgen Gierke, Pfarrer Andreas Frosztega und die stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Erna Nuding, begrüßen. Die Pflegedienstleiterin der Sozialstation Abtsgmünd, Gerlinde Herkommer, war verhindert, ließ der Versammlung aber einen Bericht zukommen.

Mit einem Gebet von Pfarrer Frosztega wurde den seither 38 verstorbenen Mitgliedern gedacht.

Die Pflegedienstleiterin Gerlinde Herkommer führte in ihrem Schreiben aus, dass im vergangenen Jahr durch die Sozialstation Abtsgmünd insgesamt 430 Menschen pflegerisch versorgt wurden, davon 64 in Dewangen. Auch bleibe in Zukunft der latente Personalmangel eine große Herausforderung und führe zu strukturellen Eingriffen. Die Angebote für demenziell Erkrankte haben sich im vergangenen Jahr um etwa 71 Prozent verringert, zumal die Gruppen coronabedingt über acht Monate ganz geschlossen waren. Auch nach Öffnung im Sommer 2020 gab es starke Hygienekonzepte, die ebenfalls zu Rückgängen geführt haben, weil nur vier Gäste pro Gruppe kommen durften. Zudem sei die Anzahl der Gäste und der ehrenamtlichen Mitarbeiter stark zurückgegangen.

Der Kurs „Schuh im Kühlschrank“ wurde wieder aufgenommen und findet im Sommer seinen Abschluss.

19 Hospizhelfer

Auch im Bereich der Therapien gab es bei der Logopädie einen Rückgang um 9,7 Prozent und in der Ergotherapie um 13 Prozent, zumal auch von Mitte März bis Anfang Mai alle Behandlungen abgesagt wurden. Die Zahl der Hospizhelfer beträgt 19 Personen.

Die Besuche bei Sterbenden wurden fast das ganze Jahr ausgesetzt und auch der Gesprächskreis für Trauernde fand nur von Januar bis März statt. Der Kurs zur Gewinnung von ehrenamtlichen Hospizhelfern wurde coronabedingt verschoben, mittlerweile wieder aufgenommen und fortgeführt.

Wie der Vorsitzende in seinem Rechenschaftsbericht ausführte, bemüht sich die Sozialstation Abtsgmünd über ihre Hauptaufgabe im pflegerischen Bereich hinaus, ihr Angebote für demenziell Erkrankte, für Menschen im Hospizbereich und für Trauernde nach Möglichkeit fortzuführen oder wieder aufzunehmen. Nicht zu vergessen, das Engagement der Familienpflege, die stützpunktmäßig in der Sozialstation St. Martin, Aalen, besteht und im Bedarfsfalle auch für Dewangen tätig wird.

Mitgliederzahl leicht gesunken

Die Mitgliederzahl ist, wie der Vorsitzende weiter berichtete, leider weiter gesunken. Die Anzahl der Mitglieder, die verstorben oder durch Umzug ausgeschieden sind, konnten nicht durch Neueintritte ausgeglichen werden.

Die Kassiererin Philomena Ocker berichtete von einem positiven Kassenstand und Kassenprüfer Franz Lessle bescheinigte ihr eine einwandfreie Kassenführung.

Der stellvertretende Ortsvorsteher Jürgen Gierke stellte den Antrag, den Vorstand zu entlasten, was einstimmig erfolgte.

Spenden in Höhe von 2000 Euro

Beschlossen wurde, dass die Sozialstation jeweils eine Spende in Höhe von 2000 Euro für den Hospizdienst und die Beschaffung eines Busses zur Beförderung von demenziell Erkrankten erhält. Außerdem werden die Anteile am Dorfladen um 9 erhöht, weil es besonders für ältere und kranke Personen wichtig ist, eine Einkaufsmöglichkeit am Ort zu erhalten.

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