Photovoltaik-Pläne – ein Nein aus Dewangen

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Das Konzept für Freiflächen-Photovoltaik erregt die Gemüter. Flächen im Ort kommen infrage.

Aalen-Dewangen. „Wir sind erschüttert und es geht um unsere Existenz“, sagten die Landwirte, die nach der Sitzung noch lange vor der Wellandhalle miteinander diskutierten. In der Sitzung des Ortschaftsrats wurde Tacheles gesprochen. Noch bevor Andreas Steidel vom Stadtplanungsamt die Pläne für Freiflächen-Photovoltaik in Aalens Stadtgebiet erklärte, ergriff der Fraktionsvorsitzend der Freien Wähler, Eberhard Stark, das Wort. Man sehe die Auswirkungen des Klimawandels und die Notwendigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien. Auch handelten die Dewanger nicht nach dem Motto „Ja, aber nicht vor meine Haustür“, betonte er.

Das Standortkonzept Freiflächen-Photovoltaik sehe man als ersten Entwurf und in keiner Weise als finale Lokalisierungsplanung. Flächen kommen etwa bei der Hofstelle Sorg, bei Sorg Rotsold und am Tannenhof infrage. „Eine gerechtere Verteilung muss her und keine Einkreisung von Dewangen“, erklärte Stark. Es gehe um die Milchvieh-Bewirtschaftung, die bei drei Hofstellen rund um Dewangen mit Füßen getreten und unmöglich gemacht werde.

Keine Einkreisung Dewangens

Stark verwies auf „noch genügend ungenutzte, bereits bebaute Flächen, die vorrangig genutzt werden sollten“. Der Regionalplan Ostwürttemberg lege klar fest, dass keine Flächen in Anspruch genommen werden sollten, die für die landwirtschaftliche Produktion von Lebensmitteln und Futtermitteln geeignet seien. Man könne sich ein bis zwei Flächen vorstellen, aber keine Einkreisung von Dewangen. Andreas Steidel betonte, dass der Ortschaftsrat die Bauleitplanung in der Hand habe. Es sei ein vorläufiges Konzept, von Enteignung könne keine Rede sein. Steidel ermunterte das Gremium, geeignete Flächen der Stadtverwaltung mitzuteilen.

Planung erschreckt

„Da gehen wir auf gar keinen Fall mit“, erklärte Karin Huber. Man könne nicht auf dem Rücken der Landwirtschaft planen. „Für uns sind gute Argumente wichtig und ich gehe davon aus, dass diese Konzeption als vorläufig anzusehen ist“, fügte Ursula Mutscheller hinzu. Es gehe um „theoretische Möglichkeiten“, man wolle bei Weitem nicht alle Flächen umsetzen, sagte Steidel. Das gelte sowohl für die Anzahl der Flächen als auch um deren Größe. Es sei wichtig, Bedenken zu äußern, sie gehe von einem langwierigen Prozess aus, sagte Natalie Pfeifle-Dirschka. Von der vorliegenden Einkreisung könnten ein bis zwei Anlagen übrig bleiben, so Steidel. „Auf den ersten Blick erschreckt diese Planung“, fügte Pfeifle-Dirschka hinzu. Benjamin Frankenreiter regte an, alle städtischen Gebäude und Hallen mit Photovoltaik zu bestücken. „Aber nicht im freien Feld, wo die Leute Erholung suchen“, so Frankenreiter. Man dürfe der Landwirtschaft nicht den Boden unter den Füßen wegziehen, fügte Margit Schmid hinzu. Es gebe auf der Gemarkung Aalen, etwa im Industriegebiet, genügend Parkflächen, die mit Photovoltaik überdacht werden könnten. Steidel versprach, dass „diese Einkreisung so nicht kommen wird“.

Milchviehwirtschaft aufgeben

Von einem „Rundumschlag“ sprachen die Landwirte. Die besten Flächen seien ausgewiesen. Wenn die Planung komme, dann könne man die Milchviehwirtschaft aufgeben. Jürgen Gierke, der als Stellvertreter von Andrea Zeißler die Sitzung leitete, machte klar, dass die vorliegende Konzeption zwar zur Kenntnis genommen, aber inhaltlich abgelehnt werden müsse. Absprachen mit der Bevölkerung und der Landwirtschaft sollen folgen. Lothar Schell

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