Die getackerte Tapete

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Lars Reckermann

In diesem Jahr ist der 18. September der Tag des Handwerks. Ich sage es gleich vorab: Als Linkshänder habe ich handwerklich gesehen zwei rechte Hände. Mein einziges Talent: Geben Sie mir einen Hammer und einen Nagel und zielsicher treffe ich wahlweise Wasser- oder Stromleitungen. Selbst beim Zusammenbauen eines Vier-Teile-Schranks bleibt bei mir am Ende ein Teil übrig.

Meine „Meisterprüfung“ legte ich indes im zarten Alter von 16 Jahren ab. Ich wollte mein Jugendzimmer streichen. Falscher Pinsel, schlechte Farbe… egal, die Tapete löste sich und aufs Tapezieren hatte ich schon mal gar keine Lust. Also tackerte ich die Tapete. Das machte Spaß. Peng! Tapete wieder fest. Peng! Tapete wieder fest. Überstreichen könnte man diese Tapetennarbe aber nicht. Am Ende musste ein Profi ran und das Zimmer komplett neu tapeziert und gestrichen werden. Ich höre noch heute aus dem Zimmer die Schimpftiraden des Malers, welcher „Blödmann eigentlich so bescheuert ist, eine Tapete zu tackern?“ Er weiß es bis heute nicht, Sie jetzt schon.

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