Guten Morgen

Digitale Demenz

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Redakteurin Alexandra Rimkus

Alexandra Rimkus über ihre digital induzierte Vergesslichkeit. 

Kennen Sie das? Sie schauen einen Film, der ist gar nicht mal so übel und am nächsten Tag können Sie sich trotzdem nicht mehr an den Titel, geschweige denn an den Hauptdarsteller, erinnern. Wie hieß der doch noch gleich?  Früher hätten meine grauen Zellen solche Informationen sofort parat gehabt. Heute sieht es das anders aus. Ich sehe, höre, lese was – und schwuppdiwupp ist es auf meiner Festplatte auch schon wieder gelöscht. Mittlerweile weiß ich auch, warum das so ist: Ich leide. Und zwar unter digitaler Demenz.  Eine Diagnose, mit der ich laut Experten aber zumindest nicht alleine dastehe. Immer mehr Menschen greifen heute offenbar lieber aufs Handy zurück als aufs eigene Gehirn, wenn es darum geht, eine Information zu suchen oder zu speichern. Wobei so ein ausgelagertes Gehirn ja nicht ohne Risiko ist. Man stelle sich nur mal einen mehrtägigen Internetausfall vor. Uns Digital-Dementen wird deshalb gar nichts anderes übrig bleiben, als die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten auswendig zu lernen. Mit meiner Geburtstags- und Telefonliste fange ich an – morgen.  

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