Digitale Sicherheit - erprobt am Stadtverkehr

Die Stadt und die Hochschule Aalen nehmen an Projekt zu sicherer Kommunikationstechnik teil.

Aalen. Unter dem Projekttitel „safe hAAven 5G++“ sollen in Aalen die Prinzipien sicherer Funkkommunikationstechnik für kommunale Anwendungen entwickelt werden. Neben der Stadt Aalen sind weitere Projektpartner die Hochschule Aalen sowie „Conclurer“ aus Heidenheim. Die Projektleitung nehmen die Digitalisierungsspezialisten von „Geo Data“ aus Westhausen wahr, unterstützt von dem Zentrum für Digitale Entwicklung und KI-P. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie mit über zwei Millionen Euro gefördert.

Einfachere Bedienebene

Kernziel von „safe hAAven 5G++“ ist es, in kommunale Digitalisierungslösungen eine einfachere und verständliche Bedienebene einzuziehen und dadurch die Sicherheit der Lösung zu erhöhen. Das bedeutet, dass die verwendete Technik nicht nur von Spezialisten, sondern auch von Entscheidenden ohne Detailwissen über die technische Umsetzung so weit verstanden werden kann, dass die sicherheitstechnischen Konsequenzen bestimmter Vorgaben und Konfigurationsänderungen nachvollziehbar werden, zum Beispiel für kommunale Datenschutzbeauftragte. So sollen Echtzeit-Anpassungen - beispielsweise im Verkehrsmanagement - unter höchsten Sicherheitsstandards ermöglicht werden. Dies stellt neue Anforderungen an die eingesetzten Technologien.

An der Realität messen

In Aalen sollen die Entwicklungen im Rahmen der Smart City an einem realen Beispiel erprobt werden, mit konkretem Mehrwert: Die Wartezeiten im Stadtverkehr könnten tatsächlich merklich kürzer werden. Möglich machen soll dies eine Echtzeit-Optimierung des Verkehrsflusses im Gebiet des Aalener Innenstadtrings.

Voraussetzung dafür ist die Nachverfolgung von Bewegungsmustern in der Stadt über mehrere Kreuzungen hinweg. Dadurch können aktuelle Wartezeiten ganzheitlich erfasst und das gesamte Verkehrssystem kann situationsabhängig optimiert werden. Diese Art der Erfassung und Verarbeitung der Daten stellt höchste Anforderungen an die IT-Sicherheit.

Professor Marcus Gelderie von der Hochschule Aalen: „Wir wollen bei der IT-Sicherheit, besonders mit Blick auf den Datenschutz, über den Stand der Technik hinausgehen.“ Sensible Daten sollten nur zwischen den unmittelbar beteiligten Knotenpunkten geteilt werden. „Nach kurzer Zeit sollen sie zudem automatisch gelöscht werden. All das muss auch mit wenig Aufwand an sich ändernde Begebenheiten, wie etwa neue Ampeln, angepasst werden können. Ich finde das ungemein spannend. “

Diesen Herausforderungen hat sich das Projektkonsortium hinter „safe hAAven 5G++“ nun zu stellen. „Wir sind als Konsortium optimal aufgestellt“, so Felix Unseld, bei der Stadt Aalen für das Projekt verantwortlich. Und weiter: „Alle benötigten Kompetenzen kommen hier zusammen. Dadurch werden wir von Anfang an eine Lösung entwickeln, die nicht nur unter einem bestimmten fachlichen Gesichtspunkt ausgereift ist, sondern die im Kontext der Stadt Aalen funktioniert und damit eine Leuchtturmfunktion für andere Kommunen hat. Dass wir all diese Fachleute hier in Ostwürttemberg vor Ort haben, darauf können wir stolz sein.“

Ergebnisse bis Ende 2024

Bis Ende 2024 sollen die Projektergebnisse vorliegen, nach Erhalt des Förderbescheids wird die inhaltliche Arbeit des Konsortiums in den nächsten Wochen beginnen. „Wir stehen in den Startlöchern und sind voll motiviert“, so Unseld.

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