Digitalisierungsoffensive: Aalen ist führend im Land

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An der Schillerschule Aalen kommen beim Unterricht iPads, eine interaktive Tafel und Medientische zum Einsatz.

Warum das Komplettpaket der Stadt beim Medienentwicklungsplan Schule macht.

Aalen. Beim Blick auf die Zahlen der bereits ausgelieferten Endgeräte an die 21 städtischen Schulen wird deutlich, was die Stadt Aalen und das federführende Amt für IT und Digitalisierung sowie die Gebäudewirtschaft in Zusammenarbeit mit den Schulen bereits erreicht hat.

Medienentwicklungsplan bis Ferienende komplett umgesetzt

Trotz Schwierigkeiten wird an den neun weiterführenden Schulen der Medienentwicklungsplan bis zum Ende der Sommerferien komplett umgesetzt sein. Die Planung für die Umsetzung an den weiteren zehn Grundschulen und den beiden Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) sind in vollem Gange. „Damit sind wir landesweit bei der Schul-Digitalisierung führend“, freut sich Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann. Mit Hochdruck arbeiten die beiden zuständigen Fachämter, das Amt für IT und Digitalisierung sowie das Amt für Bildung, Schule und Sport, an dem Großprojekt.

Auch der geschäftsführende Schulleiter Karl Frank, Rektor der Schillerschule, lobt den digitalen Ausstattungsstandard der Aalener Schulen. Die Stadtverwaltung habe in enger Zusammenarbeit mit den Schulen ein sehr gutes Gesamtkonzept entwickelt; 340 mobile und fest installierte interaktive Displays sowie 261 dazugehörige Medientische seien in Betrieb. Damit verbunden ist eine Umstellung der bisherigen Unterrichtsmethodik, denn die seit Generationen vertrauten Tafeln werden durch digitale Medien ersetzt.

Das innovative Prinzip, die Hardware und die Steuerungselemente mit einer Dokumentenkamera in einem sogenannten Medientisch zu verbauen, hat sich bewährt. Damit ist eine möglichst einfache Handhabung und zentrale Steuerung durch die jeweilige Lehrkraft gewährleistet. Zu Beginn der Schulstunde muss nur die Software gestartet werden. Über 300 Dokumentenkameras sind schon an den Aalener Schulen in städtischer Trägerschaft im Einsatz. „Parallel dazu bieten wir speziell für die Lehrkräfte über die Volkshochschule Aalen Online-Kurse zur Einarbeitung in die neue digitale Ausstattung an“, erläutert Robert Gentner, Leiter des Amtes für IT und Digitalisierung. Frank dazu: „Wir müssen den Unterricht mit digitalen Medien laufend weiterentwickeln.“

Das Aalener Komplettpaket hat bereits „Schule gemacht“. Da landesweit führend bei der Digitalisierungsoffensive, greifen andere Städte auf den Erfahrungsvorsprung der Aalener zurück.

Neben den komplett ausgestatteten weiterführenden Schulen haben alle Grundschulen und SBBZ eine Vorabausstattung mit je einem interaktiven Display mit Medientisch erhalten, damit sich die Lehrkräfte dieser Schulen in die Technik einarbeiten können.

Alle an den Aalener Schulen tätigen, insgesamt 705 Lehrkräfte sind mit iPads ausgestattet und insgesamt wurden von der Stadtverwaltung fast 6000 iPads an die Schulen ausgeliefert. Die noch fehlenden 711 iPads werden derzeit zum Schulstart im September vorbereitet. Für die Ausstattung der EDV-Räume an den Schulen sind bisher 344 Notebooks und über 600 PCs mit Einzelplatz-Monitoren installiert worden.

Support bedingen personelle Aufrüstung beim IT-Amt

„Wir sind sehr stolz auf diesen zügigen Ausbau unserer Schul-IT, das ist eine Megaleistung“, bilanziert Bürgermeister Ehrmann. Besonders herausfordernd sei dabei gewesen, möglichst viele Systemarbeiten in die unterrichtsfreie Zeit zu legen. Auch die Gebäudewirtschaft, die für die digitale Verkabelung und die Montage der Access-Points zuständig war, habe hervorragende Arbeit geleistet.

Natürlich gehe ein solches Projekt nicht ohne personelle Verstärkung im Amt für IT und Digitalisierung einher, führt Ehrmann weiter aus.

Neben Amtsleiter Robert Gentner und Abteilungsleiter Michael Hofer stehen zwei Fachkräfte für die Netzwerkbetreuung sowie weitere drei Mitarbeitende für die Anwendungsbetreuung (Support und Hotline) zur Verfügung. „Mit der Auslieferung und Installation ist es nicht getan. Wir müssen alle Endgeräte stets auf aktuellem Stand halten“, betont Gentner. Zudem seien kompetente Ansprechpartner Voraussetzung für eine gelingende digitale Unterrichtsgestaltung.

„Um den erforderlichen Standard halten zu können, müssen wir von einem jährlichen finanziellen Aufwand von rund 1,5 Millionen Euro ausgehen.“ Aktuell sei deshalb in Klärung, ob seitens des Landes weitere Fördermittel in Aussicht gestellt werden können, sagt Ehrmann.

Schuloffensive

Die Umsetzung des Medienentwicklungsplans wurde 2019 vom Gemeinderat für den Zeitraum 2019 bis 2024 mit einem Budget von 24,36 Millionen Euro beschlossen. Weitere Mittel wurden von Bund und Land beigesteuert:

518.100 Euro Digitalpakt Schule Sofortausstattung (1.150 Tablets inkl. Hüllen für Lehrkräfte und SuS

278.414 Euro Digitalpakt Schule Zusatzvereinbarung Lehrkräfteausstattung mit digitalen Endgeräten

169.390 Euro Schulbudget Corona und raumlufttechnische Anlagen

724.440 Euro FAG-Zuweisung zur Förderung der Digitalisierung bei Schulen

Aktuell stehen noch die Förderung von Bund und Land über 2.312.400 Euro Digitalpakt Schule Grundpakt und 256.648 Euro Zusatzvereinbarung Administration, Finanzierung von IT-Administration sowie Aus- und Fortbildung aus.

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