Kommentar Jürgen Steck

Disqualifiziert

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zu Demo, Kundgebung, Regeln und Vergleichen

Was gut war an diesem von vielen Meinungsäußerungen geprägten Samstag in Aalen: dass nichts passiert ist. Sondern mit Worten gefochten wurde – wie es sein muss in einer Demokratie. Dass dies gelang, zeigt: sie lebt, unsere Demokratie.

Was zudem gut war: dass viele Sprecher, auf der einen wie auf der anderen Seite, betonten, dass ihnen am Dialog, am Austausch mit Andersdenkenden gelegen sei. Macht das – das möchte man allen zurufen.

Was unverständlich war, zumindest für viele Beobachter: dass, wer den Aalener Wochenmarkt besuchte, dort Maske tragen musste. Wer im Anschluss zur Demo ging, musste keine tragen. Unklarheit führt nicht zu mehr Akzeptanz von Verordnungen.

Was schlecht, mehr als schlecht war: diese unseligen Vergleiche mit der NS-Zeit. Wenn Analogien von Adolf Eichmann, dem Holocaust-Organisator, zur Jetzt-Zeit, den Corona-Verordnungen aufgebaut werden, dann disqualifizieren sich die, die dies tun. Sie disqualifizieren ihr Anliegen, berechtigt oder nicht. Sie verhöhnen die Millionen Opfer des Holocausts – und sie beleidigen all jene, die anders denken. Die sich sorgen wegen Corona. Die kämpfen gegen Corona. Und, sie verhöhnen, letztlich, auch die, die sterben mit Corona.

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