Echo auf „den guten Kameraden“

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Soldatentod
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Wie eine Aalenerin vom Volksbund Details über den Kriegstod ihres Vaters erfuhr.

Aalen. Im November hatte die SchwäPo einen Gastkommentar des ehemaligen Chefredakteurs Erwin Hafner veröffentlicht. Darin ging es um den Text des Liedes vom „guten Kameraden“, dessen Melodie an den Gedenkfeiern zum Volkstrauertag traditionell gespielt wird. Den Text kennen aber die wenigsten. Das haben die Reaktionen auf SchwäPo-Kommentar gezeigt.

Für die 80-jährige Margot Rätz-Gänßler aus Aalen war das Lied Anlass, sich an ihren im Krieg gefallenen Vater zu erinnern. Sie erkundigte sich beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach dem Schicksal ihres Vaters. Und hatte Erfolg.

Sauber aufgelistet ging aus dem Antwort-Schreiben hervor: Name: Karl Gänßler; Dienstgrad: Gefreiter; geboren: 13. September 1906 in Nagelshof (Anmerkung der Redaktion: „Nägeleshof“ bei Aalen); Truppenteil: 5. Panzerregiment 12; Erkennungsmarke: -7340-St.Kp.Pz.E.A.7; Todestag: 4. Juli 1944; Todesort: Czanonice (wahrscheinlich Czanowiieze); Grablage: Snow, an der Kirche St. Johannes; Kreis Neswish; Bezirk Minsk. Laut der amtlichen Verlustmeldung ist Karl Gänßler durch einen Kopfschuss gefallen.

„Sein Soldatentod ist im Zusammenhang mit den verlustreichen Rückzugsgefechten der Wehrmacht im Juli 1944 im „Mittelabschnitt“ der Ostfront – in Belarus - zu sehen. Wahrscheinlich sind die Grabanlagen an der Kirche in Snow heute oberirdisch nicht mehr zu lokalisieren. Für diesen Ort liegen uns lediglich 16 namentliche Verlustmeldungen - alle aus den Kämpfen Anfang Juli 1944 - vor. Für die Hälfte davon ist eine Bestattung an der Kirche verzeichnet. Die genannten Erstgrablagen deuten jedoch eine höhere Belegung des kleinen deutschen Soldatenfriedhofs an. So weit die Mitteilungen des Volksbundes.

„Nach 78 Jahren“, so Margot Rätz, „habe ich an den Tod meines Vaters nur noch vage Erinnerungen. Um so erschütterter bin ich jetzt über all diese Details“.

⋌Erwin Hafner

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