Lesermeinung

Ein Bärendienst

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Zum Thema: Beschluss des Wasseralfinger Ortschaftsrats zwecks Schranken-Regelung für die Zufahrt zum Naturfreundehaus Braunenberg:

Welcher Teufel muss die Wasseralfinger Ortschaftsräte nur geritten haben, dass sie der Schranken-Regelung bezüglich der Zufahrt zum Naturfreundehaus Braunenberg, ihrem Hausberg und weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt, unisono zugestimmt und darüber hinaus für eine nachträgliche Verschärfung der bestehenden Regeln plädiert haben. Ließen sie sich etwa durch fadenscheinige forstwissenschaftliche und pseudoökologische Argumente seitens eines promovierten Akademikers und Technokraten über den Tisch ziehen?

Seit Generationen ist das beschauliche Braunenbergidyll mit seiner faszinierenden Fernsicht auf das imposante Panorama der Dreikaiserberge ein magischer Anziehungspunkt für Besucher aus nah und fern.

Soll nun der Autoverkehr drastisch eingeschränkt werden, obwohl bei reduziertem Tempolimit und gemessen an der geringen Wegstrecke Lärm- und Umweltbelastung sich in erträglichen Grenzen halten? Bedeutet die zunehmende Invasion rabiater Mountainbiker in ihrem High-Speed-Wahn nicht eine viel größere Gefährdung für die Fußgänger als die nur an bestimmten Werktagen dezent hinauf- bzw. hinabschleichenden Autofahrer? Was ist mit älteren, in ihrer Mobilität stark eingeschränkten Besuchern, was mit Familien mit Kleinkindern? Sollten diese in Zukunft fernbleiben und sollte zudem die Klientel regelmäßiger Stammtisch-Kunden wegbrechen, so wurde mit diesem kontraproduktiven Beschluss nach massiven coronabedingten Umsatzeinbußen den Pächtern wie auch dem gesamten Naturfreundeverein ein wahrer Bärendienst erwiesen.

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

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