Ein Stück altes Unterrombach macht Platz für 28 Wohnungen

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Ralph Streicher und seine Tochter Marie vor den letzten Abbrucharbeiten an der Wellandstraße 69. Das Gelände wird neu bebaut.
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Der alte Streicher-Hof mitsamt dem Gebäude des früheren Kilomarkts Maydl ist abgerissen. Investor ist Bio-Landwirt Ralph Streicher.

Aalen-Unterrombach. Direkt an der Wellandstraße stirbt aktuell ein Stück altes Unterrombach und macht Platz für drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 28 Wohneinheiten. Investor ist der Unterrombacher Ortswart, Landwirt Ralph Streicher.

„Es ist der letzte Rest im alten Unterrombach“, sagt Ralph Streicher und stützt sich auf den Spaten. Sein Blick wandert nach rechts, wo der Abrissbagger gerade in das Gebäude Wellandstraße 69 beißt, sozusagen die alte Heimat der Unterrombacher Landwirtsfamilie Streicher. Noch am selben Tag wird das frühere Wohnhaus fallen. Neben ihm türmt sich ein Schutthaufen. Das Gebäude der früheren Scheune, zuletzt Kilomarkt Maydl, ist bereits platt gemacht.

Den Maischerz - ein Schild mit der Aufschrift „Hier entsteht das neue Rathaus mit Sitz der neuen Ortsverwaltung“ hat Ralph Streicher schon entfernt. Obwohl - so abwegig wäre der Gedanke nicht: Das freiwerdende Areal verfügt über ausreichend Platz, insgesamt 3000 Quadratmeter.

„Vor etwa 20 Jahren wurde das alte Rathaus direkt gegenüber abgerissen. Und vor drei bis vier Jahren dann das alte Schulhaus vorne an der Straße“, weiß der Biolandwirt, der einen der letzten „zweieinhalb“ landwirtschaftlichen Betriebe in Unterrombach führt. „Früher gab es allein an der Wellandstraße etwa zwölf Bauernhöfe und in ganz Unterrombach rund 20 Milch liefernde Betriebe. Heute seien die Milchbauern hier ausgestorben.

Es sei eine bewusste Entscheidung gewesen: der Abriss des alten Wohnhauses, mitsamt alter Scheune und den dahinter liegenden Stallungen, in denen seine Schwester Juliane Gürtler bis vor zwei Jahren ihre Island-Pferdezucht betrieben hat. „Zuletzt standen alle Gebäude leer, die Scheune wurde nur noch für die landwirtschaftlichen Gerätschaften genutzt“, erzählt der 55-jährige studierte Landwirt, der in Unterrombach in der Wellandstraße 69 aufgewachsen ist. „Mein Großvater Eberhard Streicher hat den Hof 1933 gekauft mitsamt einem baufälligen Wohnhaus, das er wieder hergerichtet hat.“ Nach dem Tod des Großvaters 1941 habe Großmutter Anna mit vier kleinen Kindern den Hof durch den Krieg gebracht. Bis ihr Ältester, Ralph Streichers Vater Gerhard, mit 14 Jahren den Betrieb übernommen hat.

Die Hofnachfolge ist geregelt

1995 hat dann die dritte Generation übernommen. Fünf Jahre später siedelte Ralph Streicher den Hof aus ins etwa 500 Meter Luftlinie entfernte Sulzfeld. „Dort gab es mehr Erweiterungsmöglichkeiten.“ Heute führt er eine Biolandwirtschaft mit 110 bis 120 Rindern. Seit drei Jahren pflanzt der findige Landwirt zwischen Unterrombach und Hammerstadt die „Powerbeere“ Aronia an, für Selbstpflücker, gegen ein paar Euro ins Kässchen.

Die Hofnachfolge ist geregelt: Tochter Marie arbeitet seit ihrem Abitur im vergangenen Jahr bereits auf dem Hof, absolviert in Blaufelden eine Bereiterausbildung und will im Oktober ein Landwirtschaftsstudium beginnen. Zu ihrem 18. Geburtstag hatte sie sich keine Reise und kein Auto gewünscht - sondern sieben Burenziegen, die aktuell mit drei Pferden den Tierbestand des Hofes im Sulzfeld ergänzen.

Drei Mehrfamilienhäuser, insgesamt 28 Wohneinheiten mit Tiefgarage und Aufzug entstehen innerhalb der nächsten Jahre auf dem Areal Wellandstraße 69. Investor ist Ralph Streicher, der auf einen Spatenstich Ende 2022/Anfang 2023 hofft. Die Wohneinheiten messen zwischen 40 und 90 Quadratmeter. „Es werden keine Studentenwohnungen“, betont Streicher.

Es ist der letzte Rest im alten Unterrombach.“

Bio-Landwirt
Rund 3000 Quadratmeter misst das freigelegte Areal direkt an der Wellandstraße.
Rund 3000 Quadratmeter misst das freigelegte Areal direkt an der Wellandstraße.
Rund 3000 Quadratmeter misst das freigelegte Areal direkt an der Wellandstraße.

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