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Einrichtung für den Gewahrsam

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Manfred Moll über einen Ausrutscher im polizeilichen Fachjargon

Fast jeder Berufsstand hat seinen Jargon. So auch der Polizist. Schreibt er einen Bericht, ist darin, zum Beispiel, immer mal wieder vom "Krad-Lenker" die Rede. Wenn die Redakteurin oder der Redakteur aufpasst, steht dann stattdessen "Motorradfahrer" in der Zeitung. Und die "Lichtzeichenanlage" wird mit dem verständlicheren Begriff "Verkehrsampel" übersetzt. Nun, vor ein paar Tagen, stand im Bericht des Polizeipräsidiums Aalen etwas geschrieben, das wir unseren Leserinnen und Lesern ebenfalls vorenthalten haben. Nämlich, dass ein betrunkener Randalierer, der obendrein Polizeibeamte beleidigt hatte, die Nacht in einer "Gewahrsamseinrichtung" der Polizei verbringen musste. Hm. Gewahrsamseinrichtung . . . das hört sich ja fast nobel an. So, als ob man ihn in Obhut genommen hätte. "Schönsprech" nennt man das, wenn harte Tatsachen durch sanft-weiche Worte verschleiert werden sollen. Wir dagegen gingen davon aus, der Übeltäter sei in einer schnöden Arrestzelle gelandet.

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