Emotionale Debatte um eine Stelle für die Jugendarbeit im Bezirk Aalen

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Der Ausschuss für die Partnerschaft zwischen dem evangelischen Kirchenbezirk Aalen und dem Akyem Abuakwa Presbytery (Presbyterian Church of Ghana) hat Pfarrerin Uta Knauss (links) bei der Herbstsynode des Kirchenbezirks verabschiedet. Neuer Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses ist der Wasseralfinger Pfarrer Uwe Quast. Im Bild von links: Pfarrerin Uta Knauss, Carola Moser, Eva Schuster und Holger Menzel.
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Worum es bei der Herbstsynode der Evangelischen geht und wie es um die Finanzen im Kirchenbezirk Aalen steht.

Ellwangen. Die Fusion der beiden evangelischen Dekanate Aalen und Schwäbisch Gmünd zum Dekanat Ostalb, Stellenstreichungen und die finanzielle Entwicklung vor Ort standen bei der Herbstsynode des evangelischen Kirchenbezirks Aalen im Fokus der Beratungen im Ellwanger Speratushaus. Emotional hoch her ging es bei der Debatte über die Wiederbesetzung einer dritten Referenten-, Referentinnen-Stelle im Aalener Jugendwerk.

Von „stürmischen Zeiten“ sprach Ralf Drescher zum Auftakt der Bezirkssynode. Der Dekan blickte dabei auf das weltweite Geschehen. Doch auch bei der Tagung des Kreis-Kirchenparlaments wurde kontrovers diskutiert. Während die Verwaltung erst nach der Fusion mit den Gmündern zu einem Dekanat entscheiden will, ob eine von den drei Stellen des örtlichen Jugendwerks wieder besetzt wird, plädierte der Vorsitzende des Jugendwerks Aalen (EJA), Janosch Albers-Zoller, auf keinen Fall zu warten. „Dann sprechen wir von einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren, bis die dritte Stelle wieder besetzt ist“, sagte Albers-Zoller und fügte an: „Wir brauchen die Stelle für die Jugendarbeit aber jetzt.“ Die beiden Mitarbeiterinnen seien aktuell über die Grenzen hinaus belastet. Die Erfahrung zeige, die Stellen in der EJA kennzeichne eine vergleichsweise hohe Fluktuation. Müsse man bei der Fusion der Jugendwerke Aalen und Gmünd eine Stelle strichen, dann ließe sich das über die Fluktuation sehr gut regeln.

Sowohl Dekan Drescher wie auch der für die Finanzen des Kirchenbezirks zuständige Harald Schweikert verwiesen darauf, man könne nicht davon ausgehen, dass dann zum „richtigen Zeitpunkt gerade in Aalen eine Stelle frei werde. Und dann beim Gmünder Jugendwerk mit seinen 1,75 Stellen eine Stelle nicht zu besetzen, das lasse sich mutmaßlich nicht realisieren. „Wir müssen uns bei den Fusionsgesprächen mit Gmünd bewegen können“, betonte Drescher mit Blick auf gerechte Stellenkontingente in dem künftig flächenmäßig großen Ostalb-Dekanat, das 2026 realisiert sein werde.

Kampfabstimmung

Neben einem offenen Brief des Kirchengemeinderats Walxheim, der sich für die dritte Jugendreferentenstelle aussprach, rückten die „Parteien“ von ihren Ansichten nicht ab. Da sich keine Einigung abzeichnete, wurde in einer Kampfabstimmung entschieden, dass das Thema auf die Frühjahrssynode vertagt wird.

Die Fusion der beiden Kirchenbezirke macht Dekan Drescher zu einem eigenen Thema. „Die Landeskirche plant, bis zu 15 Dekanatsstellen künftig einzusparen.“ Das geschehe auch im Zusammenhang mit der Zurruhesetzung von Dekanen, wie auf der Ostalb. Ziel sei den Rahmen dafür zu schaffen, dass die Kirche auch künftig ihren Auftrag erfüllen könne.

In Bezug auf den Pfarrplan 2030 sagt der Dekan, dass im Kirchenbezirk Aalen bis zum Ende des Jahrzehnts knapp sieben Pfarrstellen eingespart werden müssten. In Anbetracht der Fusion werde man das mit den Gmündern eng abstimmen.

Mit Blick auf die finanzielle Situation und auf das, was sich Kirchenbezirk und -gemeinden leisten könnten, sprach Drescher von einem klaren Minus. Mithin sei eine strukturelle Anpassung und Einschränkung in Zukunft unvermeidlich.

Eingangs würdigte der Dekan Prädikantinnen und Prädikanten, die teils schon viele Jahre ehrenamtlich in Gottesdiensten predigen. Den Kurs zum Prädikanten absolviert hat Michael Fitzner, der während des Gottesdienstes in der Stadtkirche mit dem Prädikantendienst beauftragt wurde; Dr. Esther Panteleit und Bernd Heider erhielten die Sakramentsberechtigung.OB Michael Dambacher dankte den kirchlichen Vertreterinnen und Vertretern für das Engagement und die Zusammenarbeit von kirchlicher und bürgerlicher Gesellschaft in Ellwangen.

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