Entsetzen über Antrag zum Sonntagsfahrverbot für Biker

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Der Bundesrat will den Lärm von Motorrädern eindämmen – auch mit Fahrverboten an Sonn- und Feiertagen. Kopfschütteln auf der Ostalb.

Aalen/Schwäbisch Gmünd. Auf den Straßen knattern die Motoren wieder - die Motorradsaison ist in vollem Gang. Besonders am Wochenende sind viele Biker unterwegs. Das sorgt jedoch nicht nur für Freude bei den Motorradfahrern, sondern auch für Ärger bei vielen Anwohnern. Die Lärmbelästigung wird häufig den Motorradfahrern vorgeworfen. Bereits vier Städte und Gemeinden aus dem Ostalbkreis haben sich der "Initiative Motorradlärm" angeschlossen. Darunter Abtsgmünd, Essingen, Schwäbisch Gmünd und Waldstetten.

Nun hat der Bundesrat in seinem Entschließungsantrag für die Reduzierung von Motorradlärm gestimmt. Eine der insgesamt zehn Forderungen ist, dass in "besonderen Konfliktfällen" Geschwindigkeitsbeschränkungen und zeitlich beschränkte Verkehrsverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen möglich sein müssen. Die Entscheidung, ob und in welchem Umfang die Fahrverbote gelten werden, liegt nun bei der Bundesregierung. Es sei jedoch nicht die Rede von einem allgemeinen Fahrverbot für Motorräder an den Sonn- und Feiertagen, so das Verkehrsministerium. Doch was sind die besonderen Konfliktfälle?

"Ich bin geradezu entsetzt und empört.

Norbert Barthle, CDU-Bundestagsabgeordneter

Bernhard Feifel von der Gmünder Biker Union, kann sich denken, welche Strecken dann betroffen wären. Ganz klar: die B19 im Kochertal. Auch die Strecken zwischen Lautern und Lauterburg und von Rechberg nach Wißgoldingen, werden heftig kritisiert. Seine persönliche Meinung zum Antrag: "Schwachsinn". "Warum nicht Autos?", fragt er sich. Da gebe es auch genug, die Krach machen. Mit einem beschränkten Fahrverbot werde das Problem einfach auf eine andere Strecke verlagert. Die schwarzen Schafe, die es laut Feifel natürlich auch unter den Motorradfahrern gebe, würden dann einfach eine andere Strecke nehmen und dort Krawall machen.

Für einen verfrühten Aprilscherz hielt Rolf "Hilton" Frieling, Vorsitzender der Biker Union, den Antrag, als er im März das erste Mal davon hörte. Dass der Bundesrat den Antrag der Landesregierung aus Nordrhein-Westfalen dann in zwei Monaten "durchpeitscht", sei rekordverdächtig, so Frieling.

Auch bei den CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter und Norbert Barthle sorgt der Antrag für Kopfschütteln. Barthle halte den Vorschlag nicht nur für absolut falsch; "Ich bin geradezu entsetzt und empört, mit welcher Dreistigkeit hier in die Freiheitsrechte von Mitmenschen eingegriffen werden soll", sagt er. Motorradlärm sei definitiv ein Problem, gerade auch im "landschaftlich reizvollen Ostalbkreis". Aber es gebe mildere Mittel als den "Vorschlaghammer" Fahrverbot.

Auch für Kiesewetter sei diese Maßnahme nicht gerechtfertigt. "Es wundert deshalb nicht, dass einige der Forderungen, darunter das Fahrverbot, von einem grünen Verkehrsminister stammen", sagt er. Kiesewetter bezweifle aber, dass die Bundesregierung den Antrag in dieser Form umsetzen wird.

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