Essen für Geflüchtete aus der Ukraine im Aalener Bürgerspital

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OB Frederick Brütting (Vierter von rechts) besucht das Bürgerspital. Dort gibt es Mittagessen für Geflüchtete aus der Ukraine.
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Einmal die Woche gab es Mittagstisch für Geflüchtete, ein Spielangebot für Kinder und psychologische Betreuung für die Mütter. Was sich nun ändert.

Aalen. Susanne Traub zeigt lächelnd auf die vier Kinderwagen im Gang. „So etwas haben wir hier schon lange nicht mehr gehabt“, sagt die Leiterin des Bürgerspitals. Die Begegnungsstätte macht Angebote für alle Generationen und Seniorinnen und Senioren kommen besonders gerne.

Doch am Montag sind viele junge Frauen und Kinder da. Zum fünften Mal sind Geflüchtete aus der Ukraine zum Mittagessen eingeladen, finanziert über Spenden. Gekommen sind vor allem Mütter mit kleinen Kindern, die noch nicht zur Schule gehen. Denn die älteren Kinder gehen inzwischen bereits in Aalen und den Teilorten zur Schule. Familien mit insgesamt 20 Kindergartenkindern und fünf Babys kommen Traub zufolge regelmäßig ins Bürgerspital. Viele Familien kennen sich schon. Sie begrüßen sich und setzen sich zueinander an die Tische.

An diesem Tag werden sie von Oberbürgermeister Frederick Brütting begrüßt und in Aalen willkommen geheißen. „Wir hoffen, dass Putin den Krieg verliert und schnell wieder Frieden einkehrt“, sagt der OB. Zu den Geflüchteten sagt er: „Sie sind eine Bereicherung für diese Stadt!“ Die Situation sei schwierig und mache betroffen. „Die Zeit in Aalen möchten wir für sie trotzdem so gut wie möglich gestalten“, sagt Brütting. Anton Link, ein Aalener der Ukrainisch spricht und selbst zu Hause Geflüchtete aufgenommen hat, übersetzt.Nach dem Essen rennen die Kinder nach oben ins Dachgeschoss. Dort hat das Team eine provisorische Spielgruppe eingerichtet, mit gespendeten Spielsachen und Büchern aus der Stadtbibliothek. Betreut werden die Kleinen unter anderem von Yuliya Viber. Die 34-jährige Sozialpädagogin ist selbst aus Charkiw geflüchtet und lebt seit Anfang März in Aalen. Nun hilft sie ehrenamtlich im Bürgerspital mit. „Wir spielen, basteln, haben Spaß“, sagt sie. Susanne Traub lobt ihr Engagement. „Sie bringt manchmal sogar selbst Material mit“, sagt die Leiterin des Bürgerspitals über die junge Ukrainerin. Während die Kinder oben spielen, können sich die Mütter unten unterhalten, austauschen. Wer möchte, kann auch mit einer ukrainischen Psychologin sprechen.

Ab kommender Woche wird sich einiges ändern, erzählt Traub. Geflüchtete können dann mittwochs und donnerstags von 12 bis 13.30 Uhr zum Mittagsessen kommen. Da das Angebot so gut angenommen worden ist, möchte man es so ein wenig entzerren. Die Gruppe mit der Psychologin trifft sich voraussichtlich weiter montags. Ab kommender Woche sollen außerdem die ersten ukrainischen Kindergartenkinder an drei Vormittagen in Einrichtungen betreut werden, nämlich an der Braunenbergschule und im Kinderstübchen des Kinderschutzbundes. 

Mehr Informationen zur Ukraine-Hilfe im Ostalbkreis. 

301 Geflüchtete aus der Ukraine in Aalen

Oberbürgermeister Frederick Brütting hat beim Termin im Bürgerspital die aktuellen Zahlen dabei. Letzte Woche waren ihm zufolge 301 Geflüchtete aus der Ukraine in Aalen gemeldet. Darunter 41 Kinder unter sechs Jahren und 81 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren.

Die Stadt Aalen hatte aufgerufen, Wohnraum wie leerstehende Wohnungen zu melden. 100 Meldungen seien eingegangen. 40 Wohnungen habe man bisher an Geflüchtete aus der Ukraine vermitteln können. ks

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