Joris erzielt virtuos den zweiten Preis

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Joris König, Saxofon, Jugend musiziert
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Der Fachsenfelder Joris König nimmt am Bundeswettbewerb Jugend musiziert teil. Wie der 13-jährige Saxofonist den Wettbewerb meistert und was ihn auszeichnet.

Da fehlen mir die Bühne und die Jury.“

Joris König, über Jugend musiziert online

Aalen-Fachsenfeld

Die Füße still zu halten, fällt schwer. Joris König spielt auf dem Saxofon „Le petit nègre“ von Claude Debussy. Der flotte Ragtime-Rhythmus zu Beginn des Werks aus dem Jahr 1909 macht Laune. Kein Wunder, dass es zu den Lieblingsstücken von Joris König zählt. Beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert hat der 13-jährige Fachsenfelder unter anderem mit diesem Stück einen beachtlichen zweiten Preis erzielt. Am Sonntag, 12. September, tritt der junge Saxofonist auf der Kapfenburg beim Preisträgerkonzert zu Jugend musiziert auf.

Auf der Bühne zu stehen, sich und sein Können zu präsentieren, liegt dem jungen Musiker. „Es macht mir einfach Spaß, mit meinem Saxofon die Menschen musikalisch zu unterhalten“, sagt Joris und legt das glänzende Holzblasinstrument zur Seite. Dabei war es eher ein Zufall, der ihn zur Musik und zum Saxofon führte.

Wie er zum Saxofon kam

Seine Schwester Mascha hatte ein sogenanntes Tiptoy-Buch, mit dem die beiden Geschwister spielerisch und digital die Welt der Musik kennenlernten. „Da war ein Saxofon zu hören. Das habe ich mir dann immer und immer wieder angehört“, erinnert sich Joris.

Er habe seine Eltern gebeten, das Blasinstrument lernen zu dürfen. In der Bläserklasse der Reinhard-von König-Schule, wo Christoph Wegel, der Leiter der städtischen Musikschule Aalen, sein Musiklehrer ist, macht er die ersten Schritte auf einem Leihinstrument für Kinder. Ein Jahr später nimmt Joris Saxofonunterricht bei Daniela Müller an der Musikschule in Aalen, der inzwischen Neunjährige tritt in die Jugendkapelle ein und spielt im Vororchester. Mit dem Wechsel ans Schubart-Gymnasium steht sein Ziel „Bigband“. Joris übt fleißig und regelmäßig. „Schon immer täglich mindestens eine halbe Stunde“, sagt er. Das lässt nur wenig Zeit für andere Hobbys. Denn hinzu kommen Proben in den Ensembles und extra Vorbereitungen.

Proben wofür? Etwa für Jugend musiziert. 2018 ist der Neunjährige zum ersten Mal dabei. „In der Altersstufe eins ist die Teilnahme nur im Regionalwettbewerb möglich; eine Weiterleitung zum Landes- oder gar Bundeswettbewerb gibt es da noch nicht“, erklärt er. Auf Anhieb erreicht er mit 25 Punkten die höchste Punktzahl. Das spornt ihn weiter an. Im folgenden Jahr tritt er mit Sofia Fedosenko erfolgreich als Duo an: sie am Klavier; er mit dem Alt-Sax.

Inzwischen hat Joris ein eigenes, hochwertiges Instrument. „Das hört man nicht nur, es lässt technisch und dynamisch viel mehr zu“, sagt er und gibt eine weitere Kostprobe seines Könnens: „Warum das Schwein weinte“, ein Werk des zeitgenössischen Komponisten Franz Kanefzky, mag Joris ebenfalls. „Mein Programm habe ich mit Daniela Müller gemeinsam zusammengestellt. Wir haben darauf geachtet, dass es auch zu mir passt, dass ich mich mit den Werken identifizieren kann.“

Lampenfieber oder Herzklopfen kennt er nicht. Weshalb er es bedauert, dass seit der Corona-Pandemie Jugend musiziert lediglich nur online stattfindet, wie der Musikunterricht auch. „Da fehlen mir die Bühne und die Jury.“ Die Aufnahmen im Konzertsaal der Musikschule im Kubaa seien mit einer klassischen Wettbewerbssituation nicht zu vergleichen. „Statt einer 20-minütigen Einspielzeit konnten wir mehrfach proben.“ Zudem habe es mehrere Aufzeichnungen gegeben. „Die letzte war die Beste. Da habe ich alles gegeben.“ Es hat sich gelohnt. Das Programm für den Bundeswettbewerb gemeinsam mit Vitaliya Fedosenko am Klavier überzeugt – wie schon beim Landeswettbewerb. Ansatz und Technik stimmen, die musikalische Interpretation und Joris' Virtuosität kommen bei den Jurymitgliedern bestens an: 23 Punkte sind ein zweiter Preis.

Große Pläne für 2022

Wie es musikalisch weitergeht? Joris König will bei Jugend musiziert 2022 auf jeden Fall dabei sein. Gemeinsam mit einem Schulfreund will er als Duo antreten: Klavier und Saxofon. Dafür planen die beiden Jugendlichen für November die Teilnahme an einem fünftägigen Kammermusikkurs an der Hochschule in Trossingen als Vorbereitung. „Damit wir im nächsten Jahr - hoffentlich nicht mehr online - ganz vorn dabei sind.“

Joris König

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