Naturkita fertig - keiner will hin

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Der Wagen steht schon seit dem Sommer. Archivfoto: privat
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Die Stadt hat in Fachsenfeld 120 000 Euro in eine Naturkita investiert. An den Start gegangen ist sie bisher nicht. Es gibt kaum Anmeldungen.

Aalen-Fachsenfeld

Die Gartenfreunde haben ihr Gelände zur Verfügung gestellt. Die Stadt hat einen Wagen gekauft. Betreuungskräfte stünden bereit. Eigentlich könnte die Naturkita in Fachsenfeld an den Start gehen. Aber es gibt zu wenige Anmeldungen. Das war unter anderem Thema in der Ortschaftsratssitzung, als das Gremium den Kindertagesbetreuungsplan beraten hat, in Aalen Akita genannt.

Felix Looser (SPD) hatte das Thema angesprochen. „Das kann ich nicht glauben“, sagte er dazu. Vanessa Pfeifle vom Amt für Soziales, Jugend und Familie erläuterte: „Drei bis vier Kinder sollten es zu Beginn sein, dann könnten wir nach und nach weitere aufnehmen.“ Zum Hintergrund: Für bis zu 20 Kinder ab drei Jahren wäre Platz. 120 000 Euro hat die Stadt investiert. Die Naturkita nennt sich „Naturkita light“, weil die Kinder auch das Vereinsheim der Gartenfreunde mitnutzen dürfen.

Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann sagte dazu, dass noch kaum Anmeldungen vorliegen: „Das tut uns im Herzen weh.“ Aber die Eltern seien frei in ihrer Entscheidung. Er bat aber auch um Verständnis dafür, dass man aufgrund der angespannten personellen Situation wegen ein oder zwei Kindern keine Kita betreibe.

Stadträtin Nadine Patzelt (CDU) wies darauf hin, dass die Naturkita in einer Broschüre über die Kinderbetreuungsmöglichkeiten noch nicht aufgenommen worden sei und fragte, ob Eltern inzwischen angeschrieben worden seien, um sie auf die Naturkita aufmerksam zu machen. Ehrmann bestätigte das. Trotzdem seien noch nicht genug Anmeldungen eingegangen.

Rainer Klaus Hofmann (CDU) führt das geringe Interesse auf die Betreuungszeiten von 7.30 bis 13.30 Uhr zurück. „Das passt nicht zum Bedarf.“ Ortsvorsteherin Sabine Kollmann argumentierte, dass längere Betreuungszeiten nicht zum Konzept passten. In einer Naturkita gebe es schließlich keine Möglichkeit, einen Raum für den Mittagsschlaf bereitzustellen. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass bis zum Sommer genügend Anmeldungen vorliegen, so dass die Naturkita bis dahin an den Start gehen kann. Die Tagespflege im Schloss sei aber Anfang des Jahres in Betrieb gegangen und sehr gut angelaufen. „Die Eltern sind glücklich“, sagte Kollmann. Insgesamt gesehen, sei die Kinderbetreuung in Fachsenfeld gut aufgestellt, so der Tenor in Pfeifles Präsentation. Einer Bevölkerungsvorausrechnung zufolge würden im ganzen Stadtgebiet bis 2030 noch 350 Kita-Plätze fehlen. In Fachsenfeld liege der Bedarf bei vier zusätzlichen Gruppen, drei Gruppen entstehen derzeit an der Reinhard-von-Koenig-Schule. Bis zum Herbst oder Winter 2024 soll die neue städtische Kita an der Schule in Betrieb gehen.

Aber die Bevölkerungsvorausrechnung sei nur eine Prognose. Man müsse die Situation und weitere Bevölkerungsvorausrechnungen im Blick behalten. Dringender Handlungsbedarf bestehe im Moment nicht. Einstimmig stimmte der Ortschaftsrat Fachsenfeld am Ende dem Akita zu, ebenso dem Sonderfinanzierungsprogramm (Sofi). Dabei geht es darum, dass nicht-städtische Träger höhere Investitionskostenzuschüsse von der Stadt erhalten sollen, wenn sie neue Kitas bauen oder bestehende Kitas erweitern. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat am Mittwoch, 15. Februar.

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