Rathaussturm Fachsenfeld: das Beste aus den Reden

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Als Kindergarten verkleidet wollte Fachsenfelds Ortsvorsteherin Sabine Kollmann den Narren entgegen treten.
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Was thematisiert worden wäre, wäre Sabine Kollmann abgesetzt worden.

Aalen-Fachsenfeld. Am vergangenen Donnerstag war es den Vereinen und Ortsvorsteherin Sabine Kollmann nicht nach feiern zumute. Wegen des Kriegs in der Ukraine hatten sie den geplanten Rathaussturm in Fachsenfeld abgesagt. Die beiden Reden, die gehalten worden wären, die Anklage von Jonas Holzbrecher von den Schloß-Gugga und die Verteidigung der Ortsvorsteherin, liegen der SchwäPo vor. Das wird thematisiert:

ärztliche Versorgung: Dr. med. Bernd Musold ist im Ruhestand, das Welland hat keinen Hausarzt mehr. Holzbrecher prangert an, dass das nicht überraschend gekommen sei: „Er hot rechtzeitig auf sei Pension hingewiesa, wohlverdienter Ruhestand, den soll er jetzt genießa.“ Und weiter: „und älles, was oim isch im Rothaus eingefalla, an Banner am Ortseingang aufzustella (...) Sich rechtzeitig dem Problem anzunehma, wäre vielleicht die bessera Idee gwesa.“

Darauf hätte Kollmann antworten wollen: „Am Anfang im vergangenen Jahr, sprach der Doktor wunderbar, ich bleibe bei euch noch eine Weile, doch dann hatte er ganz plötzlich Eile.“ Zur Werbeaktion heißt es in ihrer Rede, das die Resonanz groß gewesen sei. „Nun laufen Gespräche für den Praxisraum, damit sich erfüllt der Ärztetraum.“

Kinderbetreuung: Auch auf den steigenden Bedarf an Kita-Plätzen sei man schlecht vorbereitet gewesen, so die Anklage. „Alles wird im Rothaus dokumentiert und archiviert, sogar die Anzahl der gelben Säcke isch feinsäuberlich notiert. Frau Kollmann, do war's doch zu erwarda, wieviel Plätze braucha mr im Kendergarda.“ Dazu reimt der Schloss-gugg: „Doch die Lösung, ein Meisterstreich, wie er nur ko aus'm Rothaus komma. Nommal an Naturkindi, da hot mr sich mol wieder übertroffa.“

Kollmann aber zeigt sich von der Idee überzeugt: „In kurzer Zeit wird jetzt entstehn, eine Naturkita ganz wunderschön. Bei den Kleingärtnern im Bodenbachtal,

wird das sicher phänomenal.“ Dazu erwähnt sie, dass eine neue Kita gebaut wird, Kinder in Fachsenfeld betreut werden und eine Tagespflege im Schloss entsteht.

Bauplätze: Außerdem prangert Holzbrecher an, dass es zu wenige Bauplätze im Ort gebe. „Und wer an Bauplatz hot bekomma, der hot ned nur große bürokratische Berge erklomma. Denn wer gmoint hot, mim Quadratmeterpreis wär älles geschwätzt, der hot die Kreativität im Rothaus unterschätzt.“ Denn zum Quadratmeterpreis müssen Bauherren, so Holzbrecher, Erschließungsgebühren bezahlen.

In Kollmanns Rede lautet die Antwort: „Mit dem Bauland ist es nicht leicht, es hinten und vorne ja nicht reicht.“ Und weiter: „Da brauchte es ein Punktesystem, sicher ist dies nicht nur angenehm.“ Bauplatzpreis und Erschließungskosten gab’s laut Kollmann immer schon. „Doch es fehlt bei der Anklage schon, der Hinweis, dass die Stadt dann gehandelt und noch mal mit den Eigentümern hat verhandelt.“

Als Kindergarten verkleidet wollte Fachsenfelds Ortsvorsteherin Sabine Kollmann den Narren entgegen treten.

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