Sternstunden auf Schloss Fachsenfeld

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Markus Braun, Christian Bolz und Tobias Knecht (v.l.)

Rund 200 Besucherinnen und Besucher ließen sich zum Sternenpicknick auf der Wiese des Schlossparks nieder. Was sie in den Abendstunden erleben durften.

Aalen-Fachsenfeld

Die Sonne senkt sich über das alte Gemäuer von Schloss Fachsenfeld. Musik liegt in der warmen Sommerluft. Viele der rund 200 Besucher des Sternenpicknicks kommen paarweise, mit einem Korb in der Hand und einer Decke unterm Arm zum Seiteneingang des Schlosses Fachsenfeld. Dort werden sie von der Empfangsdame erwartet, die die Namen mit den Anmeldungen auf einer Liste abgleicht. Dann geht's an einem aufblasbaren Planetarium vorbei in den Innenhof des Schlosses. Der Hof gibt den Blick frei auf den Park. Zahlreiche Menschen sitzen oder liegen dort bereits im Gras. Decken werden ausgebreitet, Essen und Trinken aus den Körben geholt. Das Sternenpicknick kann beginnen.

Noch sind keine Sterne am Firmament, denn es ist 18 Uhr. "Aber gestern habe ich vier Sternschnuppen gesehen," sagt der Archivar der Stadt Aalen, Dr. Georg Wendt. Er gehört zum Organisationsteam, das bereits zum dritten Mal die besondere Veranstaltung geplant hat. Bereits eine Woche vor dem Sternenpicknick war das Event ausverkauft. Coronabedingt, so sagt Wendt, habe man die Besucherzahl auf 200 begrenzt. Trotzdem ist das eine Steigerung, denn in den vergangenen Jahren habe man im Park zwischen 150 und 170 Sternegucker gezählt. "Wir hätten 300 Leute reinlassen können", sagt Wendt, der später einen Vortrag zur Apollo 13 halten wird, Stichwort: "Houston, wir haben ein Problem!"

Fasziniert vom Konzept

Während es sich die Besucher auf der Wiese gemütlich machen, spielen Christian Bolz, Tobias Knecht und Markus Braun auf. Das Trio sendet entspannte, instrumentale Musik in den Abendhimmel. Eigene Kompositionen wechseln sich mit Coverversionen ab. "Nacht, Mond, Sonne und Sterne", umreißen die drei die Themen ihrer Lieder. Vom Konzept Sternenpicknick sind sie fasziniert. "Die Leute sind entspannt und strahlen eine Ruhe aus", hat Knecht beobachtet.

Es ist knapp vor 21 Uhr, die Sonne verschwindet langsam und das Gelände erstrahlt in goldenen Farben. Vor dem Planetarium, in dem 360-Grad-Filme gezeigt werden, stehen Besucher. Anders als im Park müssen sie hier Mund- und Nasenschutz-Masken tragen.

Mächtige Teleskope

Wenn wir nicht so viel Lichtsmog hätten, könnten wir alle 88 Sternbilder sehen.

Michael Spieweck Astronomische Arbeitsgemeinschaft

Auch die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Aalen ist wieder am Start. Sie hat sich auf der Wiese vor dem Pavillon positioniert. Als es immer dunkler wird, bauen die Mitarbeiter mächtige Teleskope auf. Mit einer Brennweite von 1800 und einer 80- bis 100-fachen Vergrößerung können Besucher auf Bildschirmen Saturn und Jupiter verfolgen. "Wenn wir nicht so viel Lichtsmog hätten, könnten wir anstatt 60, alle 88 Sternbilder sehen", sagt Michael Spieweck von der Arbeitsgemeinschaft. Während Kollege Dietmar Mondon am Equipment herumschraubt, zeigt Spieweck den Gästen mit einem Laserpointer die vier sichtbaren Monde des Jupiters: Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Es ist 22 Uhr und die Sterne glimmen am dunklen Himmel. Die Wiese vor der Musikbühne ist verwaist. Alle Besucher haben sich in Richtung Obstwiesen aufgemacht. Dort steht Hans Dietrich, ehemaliger THG-Lehrer. Er weiß nicht nur viel über die Sterne zu erzählen, hier, an dem Ort ohne Straßenlaternen, kann man dann doch noch den Blick auf die eine oder andere Sternschnuppe erhaschen und schnell einen geheimen Wunsch hinterher schicken.

Im August dominieren Jupiter und Saturn als auffälliges Paar den Abendhimmel bis Mitternacht. Zu Beginn und gegen Ende des Monats bildet der Mond mit den beiden größten Planeten unseres Sonnensystems im Sternbild Schütze ein spektakuläres Trio.

Das Sternschnuppenfeuerwerk der Perseiden übrigens findet in den Morgenstunden des 12. August (Mittwoch) seinen Höhepunkt.

Vor der imposanten Kulisse von Schloss Fachsenfeld ließen sich die Sternengucker am Samstagabend nieder.
Dietmar Mondon zeigt Teleskopbilder des Himmels.
Der Schlosspark bot den Besucherinnen und Besuchern ausreichend Platz, um den Corona-Abstand einzuhalten.

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