Stiftung Schloss Fachsenfeld: Anonyme Mail streut Gerüchte

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Einen Tag vor seinem 80. Geburtstag hat die Stadt Aalen zu einem Empfang für Alt-OB Ulrich Pfeifle eingeladen.
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Jemand hat unter einem Fake-Absender eine E-Mail an den Freundeskreis von Schloss Fachsenfeld gerichtet. Welche Vorwürfe erhoben werden.

Aalen-Fachsenfeld

Kurz vor Weihnachten sind über die Stiftung Schloss Fachsenfeld Gerüchte in Umlauf gebracht worden. Auslöser ist zum einen eine anonyme E-Mail, die unter einer gefälschten Absender-Adresse an Mitglieder des Freundeskreises von Schloss Fachsenfeld gesandt wurde. Ein anderer Auslöser ist die Tatsache, dass die Geschäftsführerin der Stiftung, Ingrid Hertfelder, nach nur zehn Monaten nicht mehr im Amt ist und die Stiftung bereits einen neuen Geschäftsführer eingesetzt hat: Seit 1. Januar ist das Hannes Georg Täuber.

Das anonyme Schreiben, das der Redaktion von Seiten Dritter zugespielt wurde, trägt den Betreff „Faktencheck erforderlich!“. Im Text werden konkrete Vorwürfe gegen Dr. Roland Schurig erhoben.

Hintergrund: Der Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus im Aalener Rathaus war zehn Jahre lang Geschäftsführer der Stiftung Schloss Fachsenfeld. Im März 2022 wurde er in dieser Funktion von der damals neuen Geschäftsführerin Ingrid Hertfelder abgelöst.

Der anonyme E-Mail-Schreiber legt Roland Schurig nun zur Last, von der Stiftung weiterhin das monatliche Entgelt eines Minijobbers zu beziehen - in derselben Höhe, wie zu seinen Zeiten als „Geschäftsführer im Nebenamt“ bei der Stiftung Schloss Fachsenfeld. Zudem, so heißt es in dem Schreiben weiter, stehe auch Schurigs Ehefrau mit einem Minijob und monatlicher Auszahlung auf der Gehaltsliste der Stiftung. Rund 1000 Euro monatlich solle das Ehepaar komplett steuer- und sozialversicherungsfrei beziehen. Dass Frau Schurig auf Schloss Fachsenfeld einer Tätigkeit nachgegangen sei, sei aber nicht bekannt.

Das anonyme Schreiben schließt mit der Bemerkung: „Die Freunde der Stiftung Schloss Fachsenfeld sowie die Bürger der Stadt Aalen, haben einen Anspruch auf anständiges und korrektes Verhalten von Personen in öffentlichen Ämtern. Die Rückzahlung zu Unrecht erhaltener Bezüge an die Stiftung Schloss Fachsenfeld wäre anständig!“

Ist etwas dran an diesen Beschuldigungen? Mit dieser Frage haben wir Aalens OB Frederick Brütting konfrontiert. Denn satzungsgemäß ist der jeweilige Oberbürgermeister Vorsitzender der Stiftung Schloss Fachsenfeld. Brütting hat, wie er sagt, vor Weihnachten von dieser Mail und den darin aufgeführten Beschuldigungen erfahren. „Die anonymen Vorwürfe sind aus meiner Sicht haltlos“, betont Brütting auf Anfrage. Für ihn liege die Vermutung nahe, dass diese Mail von dem Stiftungsrat bekannten Personen stamme, die früher in der Stiftung tätig waren, deren Arbeitsverhältnis man aber aus triftigen Gründen vor über einem Jahr beendet habe.

Den Hinweis, dass es sich bei Schloss Fachsenfeld um eine private Stiftung handele und es die Öffentlichkeit „ehrlich gesagt nichts angeht, wer bei uns wie viel verdient“, kann sich Brütting nicht verkneifen. Dann wird er konkret: Ja, Dr. Roland Schurig sei  auf Minijobbasis angestellt. Er beziehe das Entgelt für ein einziges geringfügiges Beschäftigungsverhältnis. Weiter jedoch möchte sich der OB dazu nicht äußern.

Schurig sei zwar seit März nicht mehr Geschäftsführer der Stiftung, aber nach wie vor für die Stiftung tätig. „Er kümmert sich um die Kunstsammlung. Das ist auch so im Stiftungsrat besprochen.“ Zum Verständnis: Bei der Kunstsammlung handelt es sich vor allem um eine umfangreiche Gemäldesammlung des schwäbischen Impressionismus, darunter eine Reihe von Werken des in Schwäbisch Gmünd geborenen Malers Hermann Pleuer (1863-1911), dessen Mäzen Reinhard von Koenig-Fachsenfeld war.

Und Schurig kümmert sich zudem unter anderem auch um das Ansehen des Freiherrn von Koenig-Fachsenfeld, der zu Lebzeiten als Ingenieur und Automobilrennfahrer mit der Entwicklung des Prototyps eines stromlinienförmigen Rennwagens ein wesentliches Stück Automobilgeschichte geschrieben hat. Brütting: „Schurig hat es beispielsweise im vergangenen Jahr organisiert, dass dieser Prototyp in einer Ausstellung von Audi gezeigt wird.“

Brütting betont, dass die Stiftung mit einem „ganz schmalen Personalbudget“ geführt werde - „ein paar Minijobs und eine Geschäftsführung mit einer halben Stelle“. Zudem erwirtschafte die Stiftung mit Aufführungen, Veranstaltungen und Hochzeitsfeiern im Schloss genügend Erträge.

Geschäftsführerwechsel bereits nach 10 Monaten

Ingrid Hertfelder hatte am 1. März 2022 die Geschäftsführung der Stiftung Schloss Fachsenfeld von ihrem Vorgänger Dr. Roland Schurig übernommen. Dass sie diese Aufgabe vor Jahresende aufgekündigt hat, war ihre persönliche Entscheidung. Das lässt OB Frederick Brütting als Vorsitzender der Stiftung Schloss Fachsenfeld durchblicken. Die aus Gmünd stammende Fotografin arbeitet im eigenen Atelier in Stuttgart. „Wir hatten keinen Knatsch“, sagt der OB.

Einen Tag vor seinem 80. Geburtstag hat die Stadt Aalen zu einem Empfang für Alt-OB Ulrich Pfeifle eingeladen.

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