Tornado zerstört Baumriesen im Fachsenfelder Schlosspark

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Viele Teile des Parks sind gesperrt bis die Schäden beseitigt sind und wieder die Sicherheit für Besucher gewährleistet ist.
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Wo im Fachsenfelder Schlosspark der Tornado Blutbuchen, Eichen und Ahorn gefällt und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hat. Wie es jetzt weitergeht.

Aalen-Fachsenfeld

Das Schloss Fachsenfeld ist bekannt für seinen herrlichen Park mit seinen Bäumen. An diesem Freitag stehen Schlossgärtner Franz Dollansky und Stiftungsrat Rudolf Kaufmann am Eingang und blicken zum mächtigen Mammutbaum. Am Boden davor liegen riesige Äste. Eine große Lücke klafft im Grün der Krone. Auch den beiden Linden bei der Schloss-Scheune hat der Tornado ordentlich zugesetzt. Hier, wie an einigen Wegen, haben die Aufräumarbeiten schon begonnen. Dennoch, der Schlosspark ist bis auf Weiteres gesperrt. „Ausgenommen sind die Spaziergänge des städtischen Theaters im Park“, sagt Kaufmann. Er und Dollansky werden in der kommenden Woche mit Spezialisten die Schäden beurteilen und ein Konzept erarbeiten, wie diese zu beseitigen sind. „Wir wollen, dass der Park so schnell wie möglich wieder geöffnet werden kann“, sagt Kaufmann ohne konkretes Datum.

"Tour" entlang der Verwüstungen

An diesem Freitag zeigen die beiden Experten bei einer „Tour“, wie groß die Verwüstungen sind. Noch immer beim Mammutbaum erzählt der ehemalige Chef des städtischen Grünflächen- und Umweltamtes, dass der Baum 1865 gepflanzt worden sei und damit einer der ältesten im Park. „Damit bei Sturm nicht noch mehr Äste brechen, werden die Äste mit Spezialseilen vertäut.“ Das verteile den Druck innerhalb der Krone.

Lücke im Greenbelt

Ein Stück weiter liegt ein Nussbaum mit großer Krone am Boden. „Die Windhose drückt das Grün weit und schnell nach unten, der Wucht halten die Bäume nicht stand“, erklärt Kaufmann und spricht von zunehmenden „Unwettern mit extremen Windböen in kurzer Zeit“. Der „gefällte Nussbaum war Teil des sogenannten „Greenbelt“ – des Grüngürtels – um den Landschaftspark. Die Lücke zu schließen brauche Zeit. Auch wenn mehr Licht an dieser Stelle Linden und Ahorn wachsen lasse, fünf Jahre brauche es schon.

Verluste schmerzen

Wesentlich mehr schmerzt der „Verlust“ unter anderem von zwei massiven und seltenen Blutbuchen, einer großen Eiche beim Forellenteich und eines sehr alten Spitzahorns.

Windhose und Geologie

Die Eiche mit 30 Meter Höhe, erklärt Kaufmann, sei auch ein Opfer der Geologie. Der Boden aus Lehm und hartem Sandstein verhindere, dass der Baum seine haltgebende Pfahlwurzel ausbilde. Wenn die Windhose die zig tonnenschwere Krone – Kaufmann geht von einer Windstärke von 200 Stundenkilometern, wie bei Lothar aus – peitsche, hätten die feinen Wurzeln nicht dagegen zu setzen.

Was aus den gefällten Riesen wird

Am Ahorn beschreibt der Stiftungsrat die Schwierigkeiten, die Baumriesen zu beseitigen. Allein der Stamm – ohne Krongeäst – des 25 Meter hohen und 120 Jahre alten Baumes wiegt bis in 7 Meter Höhe 3,5 Tonnen. „Wir hoffen auf einen harten Winter, damit wir mit schwerem Gerät, die umgestürzten Bäume entfernen können. Was aus ihnen dann wird? „Brennholz und Hackschnitzel“, sagt Kaufmann und freut sich bei all dem Unglück, dass die beiden ältesten Bäume des Parks, zwei Platanen, den Tornado unbeschadet überstanden haben.

„Wir hatten fast noch Glück im Unglück“, meint Kaufmann und fügt an: „Wenn der Tornado in Fachsenfeld so gewütet hätte, wie in Abtsgmünd, gar nicht auszudenken“.

Das sagt die Ortsvorsteherin

Ortsvorsteherin Sabine Kollmann erinnert sich mit Schrecken an das, war der Tornado im Aalener Stadtteil angerichtet hat. Sie spricht von einem entwurzelten Baum beim Spielplatz "Schlossäckerring" und von zahlreichen Dächern, die  teilweise abgedeckt worden seien. Allein eine Firma habe 54 Dächer wieder instand gesetzt.

 "In Waiblingen hat der Sturm einen Dachständer mit Strom abgeknickt wie ein Streichholz", erzählt die Ortsvorsteherin weiter, die nach dem Tornado durch den Ortsteil gefahren sei, um zu sehen, wo Schäden entstanden sind. In Richtung B19 hätten zwei umgestürzte, dicke Bäume Löcher in die Fahrbahn gerissen. "Zum Glück ist niemand verletzt worden", sagt sie und dankt der Fachsenfelder Feuerwehr, die schnell ausgerückt sei.  

Wir wollen, dass der Park so schnell wie möglich wieder geöffnet werden kann.“

Rudolf Kaufmann, Stiftungsrat Schloss Fachsenfeld
Dem mächtigen Mammutbaum im Schlosspark hat der Sturm zugesetzt. An vielen Stellen am Baum sind große Äste herausgebrochen.
Viele Teile des Parks sind gesperrt bis die Schäden beseitigt sind und wieder die Sicherheit für Besucher gewährleistet ist.
Viele Teile des Parks sind gesperrt bis die Schäden beseitigt sind und wieder die Sicherheit für Besucher gewährleistet ist.
Ein mächtiger Eichenbaum ist umgestürzt. Die Wurzeln wurden aus dem Erdreich herausgerissen.
Wie umgeknickte Streichhölzer wirken einige der vom Sturm geschädigten Bäume.
Von oben springt einem der Schaden im Schlosspark Fachsenfeld nicht sofort in Auge. Bei näherem Betrachten fallen jedoch die umgestürzten mächtigen Baume auf.
Franz Dollansky und Rudolf Kauffmann nehmen die Sturmschäden im Park in Augenschein.
Aus Sicherheitsgründen sind große Teile des Parks gesperrt.
Franz Dollansky (l.) und Rudolf Kaufmann begutachten den Schaden am Mammutbaum.
Von oben springt einem der Schaden im Schlosspark Fachsenfeld nicht sofort in Auge. Bei näherem Betrachten fallen jedoch die umgestürzten mächtigen Baume auf.
Wie umgeknickte Streichhölzer wirken einige der vom Sturm geschädigten Bäume.
Der Sturm hat im Schlosspark ganze Arbeit geleistet.
Schlossgärtner Franz Dollansky an der Wurzel eines umgestürzten Baumes.
Einer mächtigen Buche hat der Sturm besonders zugesetzt ein Teil des zweistämmigen Baumes ist umgestürzt. Der gut einen Meter im Durchmesser große Stamm liegt über den Weg.
Umgestürzte Eichen.
Dem mächtigen Mammutbaum im Schlosspark hat der Sturm zugesetzt. An vielen Stellen am Baum sind große Äste herausgebrochen.
Franz Dollansky und Rudolf Kauffmann nehmen die Sturmschäden im Park in Augenschein.

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