Was tun bis die Kita in Fachsenfeld fertig ist?

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Im rot markierten Bereich an der Reinhard-von-Koenig-Schule in Fachsenfeld entsteht eine neue Kita mit drei Gruppen. Da die aber erst 2023 fertig wird, muss für 20 Kinder, die im Moment keinen Betreuungsplatz haben, eine Übergangslösung gefunden werden.
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In Fachsenfeld fehlen 20 Betreuungsplätze. Bis 2023 entsteht eine neue Kita. Bis dahin müssen Übergangslösungen her. Diese Vorschläge bevorzugt ein Gemeinderatssauschuss.

Aalen-Fachsenfeld

Oberbürgermeister Frederick Brütting wiederholte im Ausschuss am Montag seine Worte aus dem Ortschaftsrat: „Ich möchte im Namen der Stadtverwaltung die Eltern um Entschuldigung bitten.“ Denn 20 Fachsenfelder Kinder haben immer noch keinen Betreuungsplatz. Zwar entsteht bis 2023 an der Reinhard-von-Koenig-Schule eine neue Kita mit drei Gruppen. Bleibt die Frage, was bis dahin zu tun ist.

Fachsenfelder Gruppe in Dewangen: Insgesamt acht Übergangslösungen hat die Stadtverwaltung untersucht. „Drei Varianten möchten wir weiterentwickeln“, erläuterte Katja Stark, die Leiterin des Amts für Soziales, Jugend und Familie in der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung und Finanzen (KBFA).

Zunächst soll in der Kita Scheurenfeld in Dewangen eine zusätzliche sogenannte Fachsenfelder Gruppe eingerichtet werden. Dort könnten kurzfristig zwölf Kinder betreut werden. In der Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten würden Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis sechs Jahren spielen. „Die Umsetzung ist sofort möglich“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Sobald die neue Kita in Fachsenfeld fertig ist, ist geplant, dass die Gruppe mit mindestens einer pädagogischen Fachkraft dorthin umzieht.

Zusätzlich ein Naturkindergarten: Da dann immer noch Betreuungsplätze in Fachsenfeld fehlen, plant die Verwaltung, einen Naturkindergarten einzurichten. Infrage kommt dafür laut Stark das Gelände der Gartenfreunde. Dass der Verein offen dafür ist, zu helfen, hatte Nadine Patzelt (CDU) in einem Antrag im September eingebracht. Infrage kommt außerdem das Gelände des Schlosses.

Meinungsbild aus Fachsenfeld: Ortsvorsteherin Sabine Kollmann erinnerte daran, dass auch der Ortschaftsrat die Variante der Fachsenfelder Gruppe in Dewangen bevorzugt. Außerdem könne sich der Ortschaftsrat einen Naturkindergarten sehr gut vorstellen, und zwar sowohl auf dem Gelände des Schlosses als auch auf dem Gelände der Gartenfreunde.

Das sagen die Fraktionen: So wie Ortsvorsteherin und Ortschaftsrat sahen das auch die Fraktionen im Ausschuss. Monika Brauch-Siedler signalisierte für die Grünen-Fraktion Zustimmung. Patzelt sagte: „Die schnellste Lösung ist die beste.“ Daher bevorzuge auch die CDU-Fraktion die Fachsenfelder Gruppe. Einen Naturkindergarten bei den Gartenfreunden kann sie sich ebenfalls gut vorstellen und betonte, dass der Verein offen ist für eine solche Lösung. Ein Naturkindergarten am Schloss wäre „auch ok“.

Zustimmung gab es auch von der SPD-Fraktion. „Die Vorschläge, die Frau Kollmann eingebracht hat, unterstützen wir uneingeschränkt“, sagte Helmut Gentner. Inge Birkhold (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub) sagte: „Wir schließen uns dem Votum des Ortschaftsrats an.

Verworfene Vorschläge: Eine zusätzliche Halbtagsgruppe an der evangelischen Kita Lebensbaum einzurichten, sei nicht weiterverfolgt worden, sagte Stark. Eine Betreuung sei nur nachmittags möglich. „Das geht am Bedarf der Eltern vorbei.“ Auch eine Interimslösung in der Alten Halle an der Schule einzurichten, werde nicht weiterverfolgt. Laut Stark hat das Landesjugendamt diese Variante nicht befürwortet.

In der katholischen Kita „Ave Maria“ seinen die sanitären Anlagen jetzt schon zu klein. Daher könne man dort nicht sofort eine neue Gruppe einrichten. Da die Kita sowieso mehr Toiletten bräuchte, wäre es trotzdem eine Überlegung, die Idee weiterzuverfolgen. „Es wäre aber ein größerer Eingriff“, sagte Stark. Gentner schlug einen Toilettenwagen an der katholischen Kita vor.

Als weiteren Ansatz hat die Verwaltung laut Stark überlegt, in der Schule eine befristete Kleingruppe einzurichten. „Das wäre aber eine Kita auf der Baustelle“, sagte die Amtsleiterin. Hintergrund: Die Schule wird umgebaut und saniert.

Außerdem sei geprüft worden, ob das katholische Pfarrhaus als Übergangslösung infrage kommt. „Die Räume sind zwar da und frei“, sagte Stark, „es gibt aber keinen Sanitärbereich und keine Küche.“ Außerdem wisse man nicht, wie lange das Haus noch da sei, wahrscheinlich nur noch um die zwei Jahre. Dass es grundsätzlich nicht ganz einfach ist, eine Interimslösung einzurichten, erläuterte Stark außerdem. „Auch eine Interimskita braucht eine Betriebserlaubnis und muss Standards erfüllen.“

Abstimmung: Der KBFA stimmte einstimmig für die Fachsenfelder Gruppe in Dewangen. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat in der Sitzung am Donnerstag, 16. Dezember.

„Ich möchte im Namen der Stadtverwaltung die Eltern um Entschuldigung bitten.“

Frederick Brütting, Oberbürgermeister

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