Feuerwehrstandort: Hochwasser ein Problem?

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Zukünftiger Standort für die Wasseralfinger Feuerwehr ist in den Kocherwiesen, zwischen der Kleingartenanlage und dem Talschulparkplatz. Der Bebauungsplan dazu liegt aktuell aus, ist aber noch nicht beschlossen. Archivfoto: opo
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Die BI „Hochwasserschutz sofort“ will verhindern, dass das Gerätehaus in den Kocherwiesen gebaut wird. Warum dort Erdaushub gelagert wird.

Aalen-Wasseralfingen/Hüttlingen. Die Wasseralfinger und Hofener Feuerwehr erhalten ein neues Zuhause. In den Kocherwiesen, zwischen der Kleingartenanlage und dem Talschulparkplatz, soll das Feuerwehrgerätehaus entstehen. 28 Meter breit, 37 Meter lang, 8 Meter hoch, das sind die Maße des Gebäudes mit Schulungsräumen. Ein 15 Meter hoher Übungsturm soll zudem auf dem Areal gebaut werden. Das Vorhaben stößt nicht überall auf Begeisterung. Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Hochwasserschutz sofort“ aus Niederalfingen haben Einspruch erhoben gegen den Bebauungsplan. In einem Schreiben fordert die BI Bürgerinnen und Bürger dazu auf, dies ebenfalls zu tun.

„Feuerwehr gehört dazu“

„Wir sind nicht gegen die Feuerwehr. Sie gehört unbedingt zur Infrastruktur dazu, da gibt es keine Diskussion“, betont Wilhelm Hammer, Sprecher der BI. Doch in den Kocherwiesen sei das Feuerwehrhaus fehl am Platz.

Östlich der Kreisstraße 3311 verläuft der Kocher, dort ist ein Überschwemmungsgebiet festgesetzt, wie aus einer Gemeinderatsvorlage hervorgeht. Für Hammer beginnt dort das Problem. „Wir befürchten durch eine weitere Versiegelung von rund 1,2 Hektar eine erhebliche Zunahme des Oberflächenwassers.“ Die Sorge der BI: Dass das Areal bei Starkregen überschwemmt wird und viel Wasser kocherabwärts in hoher Geschwindigkeit fließt. „Für Menschen und deren Güter in den Kocherwiesen und talabwärts besteht Gefahr“, betont Hammer.

Die Stadtverwaltung teilt diese Meinung nicht. „Unserer Einschätzung nach ist die Fläche, die durch die Neubebauung des Feuerwehrgeländes zusätzlich versiegelt wird, zu klein, um wesentliche Auswirkungen auf den Wasserstand zu haben“, teilt Stadtsprecher Stephan Dürr auf Anfrage mit. Die BI fordert eine Flussgebietsuntersuchung für das Gebiet. Bisher sei dies nicht geplant, so Dürr. „Es wurden bereits Flussgebietsuntersuchungen für die Nebenflüsse des Kochers in Aalen durchgeführt. Für den Kocher selbst wurde im Auftrag des Landes Baden-Württemberg eine Hochwassergefahrenkartenuntersuchung durchgeführt“, erklärt er.

Hammer und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter wollen „alle Mittel einsetzen“, um den Bau des Hauses an dieser Stelle zu verhindern.

Andere Standorte gesucht

Aalens Stadtverwaltung hat andere Standorte für das Feuerwehrgerätehaus gesucht. Eine Fläche, die in der Nähe des Wasseralfinger Friedhofs liegt, konnte die Stadt nicht kaufen, wie aus der Gemeinderatsvorlage hervorgeht. Eine weitere Fläche westlich der Stiewingstraße sei aus topografischen Gründen ausgeschieden. Der Neubau sei notwendig, da das bestehende Gebäude in der Maiergasse nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspreche und zu wenig Platz biete.

Erdaushub wird gelagert

Der Bebauungsplan für das Projekt liegt aktuell aus, ist aber noch nicht beschlossen. Trotzdem hat sich in den vergangenen Tagen auf dem Areal etwas getan. Mit dem Start der Bauarbeiten habe dies nichts zu tun, versichert Dürr. Der Erdaushub, der auf das Gelände der Feuerwehr gebracht wird, sei recyceltes Material, das vom Stadtoval stamme, erklärt der Stadtsprecher. Um das Areal vor Hochwasser zu schützen, müsse es angehoben werden. „Die Bauarbeiten auf dem Gelände in den Kocherwiesen haben also noch nicht begonnen, es wurde bisher nur Material dorthin gebracht, das gebraucht wird, sobald die Bauarbeiten offiziell starten.“ Außerdem spare die Verwaltung dadurch Deponiekosten von etwa 120 000 Euro, die angefallen wären, wenn man den Aushub auf die Erddeponie gebracht hätte, erklärt der Sprecher.

Blick über die Kocherwiesen in Wasseralfingen, flußabwärts. Auf der Freifläche soll das neue Feuerwehrgerätehaus Abteilung Wasseralfingen entstehen.

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