Flächennutzungsplan: Diese Baugebiete sind noch strittig

+
Der Blick über Unterkochen in Richtung Aalen. Wie sich Kernstadt und Teilorte weiterentwickeln können, soll in der Fortschreibung des Flächennutzungsplans festgelegt werden. Archivfoto: Oliver Giers
  • schließen

Der Bauausschuss des Aalener Gemeinderats setzt die Diskussion um Potenzialflächen fort. Dabei treffen verschiedene Interessen aufeinander.

Aalen. Die Diskussion um den Flächennutzungsplan (FNP) geht in den Aalener Gremien in die nächste Runde. Der Bauausschuss des Gemeinderats hat am Donnerstag über mögliche neue Baugebiete diskutiert, über die noch keine Einigung erzielt werden konnte. Abgestimmt wurde noch nicht. Das steht in der kommenden Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 26. Januar an.

OB Frederick Brütting zeigte sich optimistisch, dass es zu einer Beschlussfassung kommen kann. Über den FNP entscheidet am Ende der Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Aalen, Essingen, Hüttlingen. Die Fraktionen und Gruppen zu 27 Potenzialflächen Anträge gestellt. Über diese Flächen wurde in der Sitzung besonders diskutiert:

Birkäcker Dewangen: Die Stadtverwaltung schlägt vor, in Dewangen zwei neue Wohnbauflächen vorzuhalten. Birkäcker 1 umfasst 6,3 Hektar, Birkäcker zwei misst 4,6 Hektar. Beide Gebiete liegen am nordöstlichen Ortsrand nebeneinander. Die Grünen-Fraktion im Gemeinderat beantragt, Birkäcker 1 zu halbieren und Birkäcker 2 ganz zu streichen.

Es gehe um landwirtschaftliche Flächen, argumentierte Fraktionssprecher Michael Fleischer. „Wir sind auf die Landwirtschaft angewiesen.“ Stattdessen wünschten sich die Grünen, den Fokus auf Innenentwicklung zu legen. Die Stadtverwaltung dagegen möchte beide Potenzialflächen beibehalten, denn sie stellten „das letzte große Neubaugebiet für Dewangen“ dar.

Das unterstrich die Dewanger Stadträtin Margit Schmid (CDU). Auf andere Flächen hätte man bereits verzichtet. „Wir haben bewiesen, dass wir sorgfältig mit Flächen umgehen.“ Zu einem Gebiet, das Fleischer als Alternative zu den Birkäckern ins Spiel gebracht hattet, sagte sie, dass dort kein Grunderwerb möglich sei. „Das sind Privatflächen. Was wir nicht kriegen, kriegen wir nicht.“

Pfromäcker Unterkochen: Der Ortschaftsrat Unterkochen war sich da weitgehend einig: Das mögliche Baugebiet Pfromäcker soll verkleinert werden und das Gebiet oberhalb des Himmlinger Weges aus dem FNP herausgenommen werden. SPD-Stadträtin und Ortsvorsteherin Martina Lechner wiederholte die Argumente. Dort gebe es „wertvolle Wiesen, Hecken und Heide.“ Christa Klink (Die Linke) unterstützte das. Das Erholungsgebiet dort sei wichtig. Man solle nicht bis an die Trasse heran bauen. Die Stadtverwaltung aber möchte das Gebiet in seiner ursprünglichen Größe beibehalten. Baubürgermeister Wolfgang Steidle sprach von einer „Topfläche“ und erinnerte an den Auftrag, die Grundstücke dort zu kaufen. Die Fraktionssprecher von CDU (Thomas Wagenblast), SPD (Hermann Schludi) und Freien Wählern (Claus Albrecht) hatten sich vor der Sitzung abgesprochen. Sie empfahlen, über Pfromäcker und „Ober Geheuertal“ noch einmal in der Ortschaftsratssitzung am Montag zu sprechen. Das befürwortete der OB. Als Kompromiss könne er sich vorstellen, das Gebiet oberhalb des Himmlinger Weges als Ausgleichsflächen zu nutzen.

Maiergasse Nord Wasseralfingen: Das Gebiet am Kocher sei Aueboden, wichtig für Hochwasserschutz und wertvoller Lebensraum, so Carmen Venus (Grüne). Die Fraktion beantragt daher, das Gebiet aus dem FNP zu streichen. Die Stadtverwaltung will es aber beibehalten. Ebenso wie der Ortschaftsrat Wasseralfingen, der laut SPD-Stadträtin und Ortsvorsteherin Andrea Hatam mehrheitlich dafür sei. „Wenn alles gestrichen wird, gibt es keine Weiterentwicklungsmöglichkeit.“ Fleischer nannte es „grandiosen Unsinn, Retentionsraum zuzubauen.“

Zurück zur Übersicht: Aalen

Kommentare