Frage der Woche: Ostern zwischen Pandemie und Krieg - wie geht’s Ihnen damit?

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Frage der Woche
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Woraus schöpfen Sie Kraft in schwierigen Zeiten? Familie, Glaube, Beruf, Hobby? Das haben wir Passanten in Aalen gefragt.

Carsten Hörth (52) Controller aus Aalen:

Carsten Hörth

Mich belastet, wenn ich es sehe, wie sich die Menschen in der Pandemie verändern. Das nimmt einen schon mit. Auch wenn man sieht, wie sich alte Menschen beim Einkaufen mit der Maske plagen, wie Jugendliche Ängste wegen des Virus ausstehen oder Eltern unter psychischem Druck sind aus Angst um ihre Kinder. Ich ziehe Energie aus meinem Hobby, der Geopolitik und spüre die befreiende Wirkung, dass es weniger Coronabeschränkungen gibt. Im Herbst wird sich das vermutlich wieder ändern.“

Carsten Hörth

Yu Wang (35) Tagesmutter und Mama aus Aalen:

Yu Wang

Wir sind zurzeit recht konzentriert auf unsere vier Monate alte Tochter. Unsere Große ist dreieinhalb. Wenn sie nach dem Krieg und dem Warum fragt, ist es schwer, darauf eine Antwort zu geben. Das belastet. Aber es tut gut, dass der Frühling nun richtig kommt, dass es warm wird, man rausgehen kann. Das gibt Hoffnung. Für mich fühlt es sich so an, dass alles besser wird, wenn Corona endlich vorbei ist.“

Yu Wang

Michael Krieger (50) Entwicklungsingenieur aus Aalen:

Michael Krieger

Ich versuche, nicht zu viel Nachrichten zu schauen. Das alles den Kindern zu erklären, überfordert einen ziemlich. Energie ziehe ich aus dem Lachen der Kinder, aus dem Frühling, dass man mit ihnen rausgehen kann, sie mit anderen spielen können. Das ist ein wunderbarer Ausgleich. Wieder im Kirchenchor singen zu können, das täte auch gut.“

Michael Krieger

Andreas Alexandris (33) Lagerist aus Heubach:

Andreas Alexandris

 Der Krieg beschäftigt einen doch ziemlich. Das macht doch in der heutigen Zeit keinen Sinn. Ostern feiern wir nur ganz eingeschränkt, da die Familie verstreut lebt. Dann ist auch keine Ansteckungsgefahr. Ich bin von Grund auf ein positiver Mensch und dankbar, dass ich gesund bin, arbeiten kann, für meine kranke Mutter da sein kann, dass ich meine Freundin habe.“

Andreas Alexandris

Behije Rukaj (35) Industriekauffrau aus Schwäbisch Gmünd:

Behije Rukaj

 „Man überlegt, wie es den Menschen im Kriegsgebiet geht, die vermutlich kein Ostern feiern können, deren Familien verstreut sind, da die Männer dageblieben sind, um zu kämpfen und die Frauen und Kinder sind auf der Flucht. Wie die wohl klarkommen? Ich vergegenwärtige mir, dass es mir gut geht, ich meine Familie um mich haben kann, dass ich in einem Land lebe, in dem kein Krieg ist. Alles andere sind doch Luxusprobleme.“

Behije Rukaj

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