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Frust in der Warteschlange

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Tobias Dambacher über die schönen und schlechten Seiten des Wartens

Ältere unter uns erinnern sich noch an die schöne Zeit der Warteschlangen. Vor dem Apple-Store, vor einem Konzerteinlass, am Flughafen vor dem Sicherheitscheck. Wir haben uns geärgert, aber auch irgendwie gefreut. Schließlich wartete am Ende ja etwas Tolles: ein neues iPhone, tolle Musik, eine schöne Reise. Die Warteschlange verlängerte die Vorfreude. Das war vor Corona. Heute haben Warteschlangen ihren Reiz etwas verloren. Wir wollen den Müll wegbringen und stehen eine Stunde vor dem Wertstoffhof. Brauchen noch etwas zum Heimwerken und reihen uns in 30 Menschen vor dem Baumarkt ein. Oder der Hunger treibt uns in eine Einkaufswagen-Schlange vor dem Supermarkt. Die Aussichten sind jedes Mal eher pragmatischer Natur. Eine Dose blaue Farbe kommt jetzt nicht so ganz an ein neues Smartphone heran. Aufmunterung für die Warteschlange-Wartenden wäre angebracht. Früher am Strand – das ist ein Ort, an dem man früher seinen Urlaub verbringen konnte – gab es mobile Speisen- und Getränke-Verkäufer mit Bauchladen. So ein bisschen Frust-Verpflegung beim Warten – vielleicht ein neues Geschäftsmodell?

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