Gartenfreunde Wasseralfingen schuften für den neuen Vereinstreff

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Baufortschritt des neuen Vereinsheimes bei den Gartenfreunden in Wasseralfingen.
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Der Verein baut in der Anlage in den Kocherwiesen ein Vereinsheim samt Gaststube. Eine Spendenaktion mit der VR-Bank Ostalb soll die weiteren Arbeiten finanzieren.

Aalen-Wasseralfingen

Ohne die beiden, stünde hier maximal der Rohbau“, bedankt sich Andreas Späth, der Vorsitzende der Gartenfreunde Wasseralfingen. Die beiden, das sind die Gartenfreunde Sylvester Bernthaler und Fritz Motz. Jeder von ihnen hat über 800 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet am neuen Vereinsheim in der Anlage in den Kocherwiesen, zwischen Wasseralfingen und Hüttlingen. „Wir sind Schreiner, Gipser, Elektriker und Zimmerleute, was eben gerade gebraucht wird“, lacht Motz. „Und wir machen das alles sehr gerne“, ergänzt Bernthaler.

Werktags sind die rüstigen Ruheständler stets in der Kleingartenanlage zugange, denn täglich gibt es was zu erledigen auf der Baustelle. Am 20. März 2021 wurde dort die Bodenplatte gegossen. Seither hat sich vieles verändert. Entstehen wird ein schmuckes Vereinsheim. 13 mal 15 Meter beträgt die Grundfläche, inklusive Freisitz. Geplant ist ein Gastraum samt Küche, der etwa 50 Menschen Platz bietet. Bewirtet werden sollen darin Vereinsmitglieder und Besucher. Auch die Räume für Feierlichkeiten zu vermieten, ist angedacht. Daneben entstehen Toiletten und Lagerräume. „Nichts Übertriebenes, aber eben das Notwendige“, sagt Späth.

Der Rohbau wurde im Sommer 2021 an einem Tag aufgestellt. Zusammengearbeitet haben die Gartenfreunde mit dem Architekten Joachim Krämer. Der Holzbau kann sich sehen lassen, erforderte aber beim Zusammenbau viel handwerkliches Geschick, und professionelle Unterstützung der Firma Vogel, wie Motz bekennt.

Jubiläum im Blick

Seit Wochen sind Bernthaler und Motz am Innenausbau. 2022 feiert der Verein sein 75-jähriges Bestehen. „Das wollen wir feiern“, sagt Späth. Bis Sommer/Herbst soll daher alles fertig sein, nennt Späth das Ziel.

Damit dies gelingt, muss der Verein Geld auftreiben. Zur Erinnerung: Großes Pech hatten die Gartenfreunde als sie im Januar 2015 ihre Anlage am Erzweg verloren. Ein eingebrochener Stollen und die Gefahr, dass an weiteren Stellen das Erdreich versinkt, zwangen dazu, die Anlage aufzugeben. Ein neues Domizil fanden die Gartenfreunde unweit des Ortes, an dem der Verein 1947 gegründet wurde und an dem der Verein stets auch Parzellen hatte – eben in den Kocherweisen.

Verlust am Erzweg schmerzt

60 Vereinsmitglieder hegen und pflegen die 34 Parzellen. Vor 2015 waren es 53 Parzellen am Erzweg und 21 Parzellen hier in den Kocherwiesen und der Verein zählte noch über 120 Mitglieder. „Vielen älteren Vereinsmitgliedern war der Umzug zu viel, sie wollten nicht noch einmal bei Null anfangen“, sagt Späth. Schade, denn so habe der Verein über die Hälfte seiner Mitglieder verloren.

Zudem: Die Entschädigung, die der Verein einst erhielt, habe längst nicht ausgereicht, den tatsächlichen Verlust zu kompensieren, sagt Motz, der auch Kassierer im Verein ist. Auf rund 150.000 Euro allein wurde das damalige Vereinsheim geschätzt.

Für das neue Vereinsheim erhielten die Gartenfreunde von der Stadt einen Materialkostenzuschuss von 60.000 Euro. Zudem hat der Bauhof den Anschluss an die Kanalisation übernommen, was einem Wert von rund 10.000 Euro entspricht. Das bescheidene Vereinsvermögen wurde komplett in das neue Vereinsheim investiert und an Eigenleistung wird weit mehr aufgebracht, als sich Späth dies zu träumen gewagt hätte.

Dennoch, Geld muss her, damit es weitergehen kann. „Wenn es bei nur 60.000 Euro bleibt, dann wird das hier eine Ruine“, habe er damals zu OB Thilo Rentschler gesagt, erinnert sich Späth. Und der OB habe ihm zugesichert, „dass dies keine Ruine wird“. OB Frederick Brütting war schon vor Ort, und sei recht angetan gewesen vom Engagement der Gartenfreunde. „Wir hoffen, er unterstützt uns“, sagt Späth.

Geld muss her

Alle im Verein würden sich auch freuen, wenn der Ort Wasseralfingen seinem einzigen Gartenverein unter die Schulter greift, meint Motz in Richtung Ortsvorsteherin und Ortschaftsrat.

Parallel dazu sucht der Verein stets Sponsoren. Wegen Corona bestand nun lange Zeit nicht die Möglichkeit, Geld durch Veranstaltungen zu generieren. „Das macht die Sache nicht leichter“, sagt Motz und ist daher froh, dass die Wasseralfinger Löwenbräu dem Verein bei der Einrichtung der Gaststube helfen will.

Aktuelles Projekt, um Geld für den Baufortschritt zu erzielen, ist die Crowdfunding-Aktion der VR-Bank Ostalb „Viele schaffen mehr“. Unter dem Projektlink www.vrbank-ostalb.viele-schaffen-mehr.de/gartenfreunde werden Spenden gesammelt, damit die Gartenfreunde ihre sanitären Anlagen bauen können.

Bis zu einem Spendenbetrag von 25 Euro, verdoppelt die VR-Bank Ostalb einmalig pro Unterstützer diese Spenden. Die Mindestspendensumme beträgt fünf Euro. Maximal können so 10.000 Euro zusammenkommen. „Wir hoffen auf viele Spender und Unterstützer und natürlich gibt es Spendenbescheinigungen“, sagt Schriftführerin Cindy Späth.

Und nicht nur der Traum vom neuen Vereinsheim eint die Gartenfreunde. „Der Einklang mit der Natur, Rauskommen ins Grüne, den Alltag hinter sich lassen, die Geselligkeit genießen, das macht die Gartenfreunde aus“, lacht Sylvester Bernthaler, spricht damit für alle und überlegt dann gleich, was morgen alles ansteht auf der Baustelle.

Kurze Pause auf der Baustelle. Von links die Gartenfreunde Sylvester Bernthaler, Andreas Späth, Cindy Späth und Fritz Motz.

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