Gebetschat statt Fastenbrechen in der City

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Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten als das Fastenbrechen auf dem Spritzenhausplatz in Aalen stattfand. Während der Corona-Pandemie bietet der Verein aakademie einen Gebetschat an.
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Wie die Aalener Muslime im Ramadan mit den Christen feiern.

Aalen. Das Fastenbrechen im Ramadan 2021 endet in der kommenden Woche mit dem dreitägigen Zuckerfest. Doch noch dauert die 30-tägige Fastenzeit für gläubige Muslime. Auch in Aalen. Dort ist es gute Tradition, dass der Verein aakademie zum öffentlichen Fastenbrechen auf dem Spritzenhausplatz oder vor dem Rathaus einlädt. „Wegen der Corona-Pandemie ist das leider seit vergangenem Jahr nicht möglich“, bedauert aakademie-Vorsitzende Mehtap Derin. Um den kulturellen Austausch, die Begegnungen und das Miteinander weiter zu pflegen, veranstaltet der Verein einen Gebetschat.

Mehtap Derin freut sich an diesem Abend, mehr als 40 Gäste begrüßen zu können und zieht die Parallele der beiden Feiertage Christi Himmelfahrt und Zuckerfest am Ende des Ramadan.

Den Auftakt macht dann der evangelische Pfarrer Manfred Metzger aus Unterkochen. Er erinnert an den Geburtstag von Sophie Scholl, die am 9. Mai ihre 100. Geburtstag gefeiert hätte. Metzger skizziert das Leben und Tun der Widerstandskämpferin im Dritten Reich. Der Theologe beschreibt auch eindringlich, wie der Münchner Pfarrer Karl Alt die letzten Momente mit der Todeskandidatin erlebt hat. Metzger zitiert den Psalm 90, den Pfarrer Alt mit Sophie Scholl gelesen habe und, bei dem es um die menschliche Vergänglichkeit geht. Die Botschaft des Psalms: Man solle die eigenen Tage zählen.

Idris Mahmood, Vorsitzender des Interkulturellen Gartens las aus der 2. Sure des Koran und erläuterte das muslimische Fasten. Er betonte, dass neben dem „Hungern und Dürsten zum Fasten auch sinnloses Reden“ zähle. Mahmood nannte als Vorteile unter anderem, dass man damit die Willenskraft stärke, Verstand erlange und die Gesundheit fördere. „Es wird die Nähe zum Paradies erlangt“, sagte er.

Dr. Nicole Deufel, Leiterin der Vhs Aalen machte die aktuell zunehmenden Depressionen zum Thema. Sie wolle den Menschen in der Zeit der Pandemie Mut zurufen. Es gehe darum, das Thema aus der Tabuzone zu holen.

Der Berliner Autor Arhan Kardas sprach über den Sinn und Zweck des Lebens und kristallisierte die Unterschiede zwischen Tieren und Menschen heraus. Ihm zur Folge seien Tier vollkommen. Für die Menschen seien die Kernaufgaben Beten und Bildung.

OB Thilo Rentschler schickte eine Videobotschaft und stellte die Bedeutung der Integration und das gemeinsame Miteinander am Beispiel der Interkulturellen Wochen in Aalen heraus. Was auch Claudia Jautz von der städtischen Stabsstelle für Chancengleichheit unterstrich.

Margot Werner vom Kreisfrauenrat lobte die gemeinsame Aktion mit der aakademie zum Muttertag in den Altenheimen mit Blumen.

Musikalisch umrahmt haben den Gebetschat Selim Bulut, Martin Kronberger und Moderator Yasin Öztürk.

Ulrike Schneider

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