GOA: In Gmünd nur noch pro forma

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Der Sitz der GOA – der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung – ist zwar noch Schwäbisch Gmünd, genauer: in der Graf-von-Soden-Straße. Doch dort arbeitet fast niemand mehr – abgesehen von zwei Mitarbeitern in einer kleinen Agentur, wie es sie überall im Ostalbkreis gibt. Die Musik spielt jetzt in Mögglingen.

Man wählt die Gmünder Nummer der GOA. Und auf den Gebührenbescheiden steht immer noch "Schwäbisch Gmünd". Dass in Schwäbisch Gmünd noch der Firmensitz der GOA ist, dies bestätigt Jürgen Schneider, bei der GOA zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, auf Nachfrage. Aber viel mehr nicht. In der Tat habe die GOA, der das Gebäude in Schwäbisch Gmünd nach wie vor gehört, das Haus fast komplett an Bosch vermietet. Lediglich eine kleine GOA-Agentur sei noch in der Graf-von-Soden-Straße. Zwei Mitarbeiter seien es noch dort. Bei denen gibt es Restmüllsäcke und Biobeutel. Der Rest ist umgezogen nach Mögglingen: Dort arbeiten laut Schneider mittlerweile 140 GOA-Leute. Vor dem Umzug dorthin waren es 50 GOA-Mitarbeiter in Mögglingen, berichtet Schneider. Jetzt sitzt dort die gesamte Verwaltung, die "Service-Truppe" inklusive Abfallgebührenveranlagung und -einzug. Der Umzug ins Mögglinger Gewerbegebiet Wert sei erfolgt, weil es betriebswirtschaftlich besser sei für die GOA: Der Betriebshof war bereits dort. Auch der Ellert, nach Mögglingen zweitgrößter GOA-Standort mit rund 50 Mitarbeitern, liegt zum Teil aus Mögglinger, zum anderen Teil auf Essinger Gemarkung. Obwohl in Schwäbisch Gmünd faktisch kaum mehr als der Briefkasten der GOA verbleibt, habe der Aufsichtsrat beschlossen, den Firmensitz selbst nicht nach Mögglingen zu verlagern. Beobachter vermuten politische Gründe, was Schneider nicht kommentieren möchte. Zumindest ist man in Schwäbisch Gmünd nicht froh über die Entwicklung, wie der Erste Bürgermeister der Stadt, Dr. Joachim Bläse, auf Anfrage erklärt. "Natürlich bedauern wir den Weggang eines jeden Unternehmens." Insbesondere, wenn es sich um ein Kreisunternehmen handle. Er bestätigt, dass die Stadt den faktischen Umzug der GOA spüre, auch in finanzieller Hinsicht spüre. Hintergrund: Eine maßgebliche Größe dafür, wie viel eine Firma an Gewerbesteuern an eine Stadt oder Gemeinde bezahlen muss, ist die Anzahl der Mitarbeiter, die dort beschäftigt sind. Was dies für Schwäbisch Gmünd im Fall GOA konkret bedeute, dazu könne er aus Gründen des Steuergeheimnisses nicht sagen, erklärt Bläse. Allerdings handle es sich um einen "Betrag, den wir schon wahrnehmen". Die Geschichte habe aber auch eine andere Seite: Als Kommune im Ostalbkreis habe die Stadt Schwäbisch Gmünd "schon" ein Interesse daran, dass die GOA "als Kreisunternehmen" möglichst "flexibel und kostengünstig arbeiten" könne. Insofern habe er Verständnis dafür, dass in Mögglingen "vieles zusammengeführt" werde, um "Doppelstrukturen und Kosten" zu vermeiden. Bläse: "Wir müssen das akzeptieren." Aber er hoffe auch, dass vom Kreis "mal wieder was nach Schwäbisch Gmünd kommt".

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