Govinda sammelt beim Festival Dosen für Nepal

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Die Helferinnen und Helfer des Vereins müssen jede Dose einzeln checken, ob sie ein Dosenpfand haben.
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Mit rund 50 Helferinnen und Helfer ist der Verein Govinda aus Aalen auf dem Summerbreeze, um sich mit Leergut für Kinder in Nepal einzusetzen.

Aalen/Dinkelsbühl

Festivals machen durstig, das ist kein Geheimnis. Was aber, wenn man mit dem unzähligen Leergut dafür sorgen kann, dass Kinder eine warme Mahlzeit auf dem Tisch haben oder zur Schule gehen können? Dass das geht, beweist der Aalener Verein Govinda, der mit rund 50 Freiwilligen beim diesjährigen Summer Breeze Open Air wieder vor Ort war, um Pfanddosen zu sammeln und mit dem Erlös soziale Projekte in Nepal zu unterstützen.

Circa vier Lkw-Aufleger werden es am Ende sein, vermutet Daniela Mühlbäck, die gerade selbst Dosen aus den Sammeltonnen auf der Ladefläche der roten Ape des Vereins verstaut. Das Gefährt mit Wiedererkennungswert ist seit Jahren Konstante auf dem Festival und kommt bei den Sammelgängen der Freiwilligen zum Einsatz. 

Jede Dose wird gecheckt

Doch eine leere Getränkedose ist nicht gleich Leergut. „Jede einzelne Dose wird noch einmal angeschaut“, erklärt Mühlbäck. Denn: Viele Dosen stammen nicht aus Deutschland. Und haben somit auch kein Dosenpfand.

Auch kann es vorkommen, dass Dosen zu verbeult sind, um sie direkt abzugeben. Auch hier lassen sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nicht lumpen und bügeln Macken beim Sortieren wieder aus. Ebenso gilt es für die Freiwilligen, Mehrwegflaschen auszusortieren. Diese müssten, anders als Einwegdosen, für die Weiternutzung gelagert werden.

Das gesammelte Leergut geben die Helferinnen und Helfer übrigens nicht beim Supermarkt um die Ecke am Automaten ab. Die Dosen gehen an ein Recyclingunternehmen aus Stuttgart, dass die Dosen verwertet.

Die Helfer sind bekannt

„Mit der Zeit kriegst du einen Blick dafür“, sagt Helfer Gege, „irgendwann ist es wie ein Scanner“. Sack für Sack packen er und die anderen Freiwilligen mit an, um die wertvollen Getränkedosen von den wertlosen zu trennen. „Viele Leute bringen uns die Dosen auch vorbei“, berichtet der Helfer, „die wissen, dass wir hier sind“.

Auch in den einzelnen Gassen und Wegen des Campingplatzes genießen die Helferinnen und Helfer von Govinda Bekanntheit bei den Festivalgästen. „Manchmal kommt man beim Durchlaufen auch ins Gespräch“, berichtet Helfer Gege, „da lernst du Leute kennen, das ist super“. 

Eine Dose, zwei Mahlzeiten

Was aber möchte der Verein mit dem gesammelten Leergut-Erlös bewirken? Schon eine Dose genüge, um einem Schulkind an der vom Verein unterstützten Schule zwei warme Mahlzeiten zu kochen. “Für 100 Pfanddosen können wir einem Kind eine Brille mit Gläsern finanzieren“, berichtet Ingrid Henne von Govinda in Aalen. Außerdem stünden unter anderem kostenintensive Renovierungen am Waisenhaus des Vereins an; die mit dem Erlös angepackt werden sollen.

Der Verein, der mit einem extra Team auch beim Abbau des Festivals unterstützt, wird während dem Einsatz von Freunden aus Görlitz versorgt und vegan bekocht. 

Mit Dosenpfand Kinder unterstützen

44 000 Pfanddosen - ab dieser Anzahl rückt für den Aalener Arbeitskreis von Govinda ein Schulneubau in Westnepal in Bereich des Möglichen. Das Engagement des Vereins reicht von Bildung über Grundversorgung, hin zur psychologischen Betreuung von, wie Govinda berichtet, „oftmals traumatisierten“ Waisenkindern. Mit 100 Dosen kann der Verein eine Brille oder die komplette Bildung, Unterkunft und medizinische Versorgung eines gehörlosen Kindes finanzieren. Weitere Informationen gibt es auf www.waisenkind.de.

Mit dem gesammelten Leergut unterstützt der Verein Projekte in Nepal. Fotos: err
Daniela Mühlbäck vor der roten Ape des Vereins Govinda. Das Gefährt ist eine Konstante auf dem Festival.

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