Guten Morgen

Grasdaggl trifft Lugabeidl

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Chefredakteur Lars Reckermann
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Über die zuweilen komplizierte, zwischenmenschliche Kommunikation

Als ich in dieser Woche meinen Podcast "Ein Glas mit Lars" mit den wunderbaren Mundartkünstlern Peter Vetter und Hermann Wanner aufgenommen habe, erinnerte ich mich wieder an eine peinliche Geschichte mit der schwäbischen Sprache, die mir im Jahre 2013 widerfahren war. Ich machte eine Straßenumfrage in Mögglingen und fragte einen älteren Herrn, was er von einer umstrittenen politischen Entscheidung hält. „Lugabeidl!“ rief, nein schrie mir der Mann entgegen. Ich fragte noch einmal etwas langsamer und lauter nach. Der Mann war, wie gesagt, sehr alt. Erneut sah er mich wütend an und sagte: „Lugabeidl!“ Ich erklärte dem Mann, dass er erst einmal auf die Frage antworten solle. Er nuschelte etwas und betonte dann erneut: „Na Lugabeidl!“ Okay, so kamen wir nicht weiter. Da ich der festen Überzeugung war, dass er mir nur immer wieder seinen Nachnamen zubrüllte, fragte ich höflich, ob „Herr Lugabeidl, mir bitte seinen Vornamen geben könnte“. Was dann auf mich einprasselte, konnte ich nun überhaupt nicht mehr verstehen. Er schimpfte, tobte… ich war der Überzeugung, jetzt lasse er sich über die Politik aus. Aber während er noch tobte, ließ er mich stehen und ging. Ich rief ihm noch hinterher, ich bräuchte doch noch ein Foto, aber es war zu spät. Was war ich nur für ein Grasdaggl. Lars Reckermann

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