Guten Morgen

Großes wird ganz klein

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Bea Wiese über schwäbische Besonderheiten

In der schwäbischen Sprache, so habe ich gelernt, wird manches Große ganz klein. Veritable Kleinbusse sind hierzulande "Autole". Stattliche Villen mutieren zum "Häusle", aus dem lieben Gott zum Gruße wird "Grüß Gottle". Da ist es nur konsequent, wenn sich die sprachliche Bescheidenheit auch bei der Beurteilung der Wirtschaftslage fortsetzt. Reichsstädter-Tage-Samstag, der Marktplatz knallvoll, alle plagt nur eines: Durst, der ja bekanntlich schlimmer ist als Heimweh. Das Bier rauscht durch die Zapfhähne, die Thekenmannschaften kommen kaum nach, so groß ist der Andrang. Zum Schäumen des Gerstensafts klingelt es in den Kassen. Ein heimischer Bierbrauer lässt sich verleiten zum höchsten schwäbischen Lob: "Heute gibt es nichts zu klagen." Immerhin strahlt er dabei. Über alle vier Backen, sagt man anderswo.

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