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Grünland und Hoffnungsglück

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Bernhard Hampp sucht das schönste deutsche Wort.

Ich finde, die Begriffe der deutschen Sprache lassen sich in vier Kategorien einteilen. Zum einen sind da Wörter, die wunderschön klingen und eine ebenso wunderschöne Bedeutung haben. Das Wörtchen Fernweh lässt die sanfte Brise am blauen Ozean geradezu spüren. Ins Sammelsurium möchte man eintauchen und Geheimnisvolles entdecken. Wer Wiesengrund sagt, riecht förmlich den Duft der Kuckuckslichtnelken und zottigen Klappertöpfe. Und gibt es etwas Gemütlicheres als einen Ohrenbackensessel? Dann gibt es Wörter, die zwar schön klingen, aber Hässliches bedeuten. Der Griesgram, der Weltschmerz, der Haudrauf. Für einige der schönsten Dinge wiederum hält das Deutsche Begriffe parat, die Nicht-Muttersprachlern (auch kein wohlklingendes Wort) nur schwer über die Zunge gehen: Der Schmetterling, die Streicheleinheit. Mein Lieblingswort in dieser Kategorie ist die Grünlandtemperatursumme. Unfassbar schön. Sie wissen nicht, was das ist? Dann verrate ich es Ihnen: Beträgt die Grünlandtemperatursumme 200, dann erwacht nicht nur die Natur mit einem Schlag zum Leben und im Tale grünet Hoffnungsglück – auch der Mensch blüht dann frühlingshaft auf und es ist alles, alles gut. Und Kategorie vier, hässliche Wörter für hässliche Dinge? Na ja. Lassen wir das. Ich sag nur Inzidenzwertüberschreitung …

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