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Hinter den Kulissen im Wahlkampf

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Katharina Scholz
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Katharina Scholz über seltsame Blüten, die der Wahlkampf treibt

Zwei bizarre Geschichten hat der Bundestagswahlkampf diese Woche geschrieben. CDU-Abgeordneter Roderich Kiesewetter hat zum virtuellen Pressegespräch mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) eingeladen. Er bat die Medienvertreter aus seinem Wahlkreis darum, Zitate der Ministerin vor der Veröffentlichung zur Freigabe an ihren persönlichen Referenten zu schicken. Das wirkte nicht besonders souverän. So als ob die Ministerin Angst vor der SchwäPo hätte. Einige kleinere Änderungen wurden dann gemacht. Im Zitat, dass man einen Pass für die Ausreise aus Afghanistan brauche, strich der Referent "Pass" und setzte "Reisepass" ein. Das mag formaljuristisch korrekt sein. Es wirkt dennoch ein wenig kleinlich.

Keine Angst vor der SchwäPo hat Ulrike Richter vom Grünen-Stadtverband in Aalen. Ganz offen ging sie mit ihrer Idee auf die Aalener Redaktion zu. Am liebsten hätte sie es, wenn die Grünen-Spitzenkandidatin im Land, Franziska Brantner, gleich mehrfach an einem Tag in der SchwäPo auftaucht. Im Aalener und Ellwanger Teil. Am 27. August absolviert Brantner zwei Termine in Ellwangen. Da wird die SchwäPo natürlich im Ellwanger Teil darüber berichten. Richter wollte nun die Aalener Redaktion zusätzlich zu einem Pressegespräch mit Brantner in Ellwangen einladen, damit außerdem noch ein Artikel im Aalener Teil erscheint. Eigentlich eine kreative. Hat so noch niemand versucht. Beim Versuch ist es allerdings geblieben. Die Aalener Redaktion hat dankend abgelehnt.

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