Abschied von der Heimatsmüllerin

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Viele Besucher versammelten sich, um Anna Hedwig Ladenburger die letzte Ehre zu erweisen. Die Heimatsmüllerin verstarb im Alter von 80 Jahren.

Die Trauernden erwiesen Hedwig Anna Ladenburger die letzte Ehre.

Aalen-Hofen. Nach fast 81 Jahren sei die Lebenskraft aufgebraucht gewesen, ein Leben voller Gottvertrauen sei zu Ende gegangen, sagte Pfarrer Harald Golla am Mittwoch bei der Trauerfeuer in der Heimatsmühle. Eine große Trauergemeinde versammelte sich, um der Heimatsmüllerin Hedwig Anna Ladenburger die letzte Ehre zu erweisen. Nach schwerer Krankheit verstarb Ladenburger im Alter von 80 Jahren am 1. Juli.

Die Glocke der Heimatsmühle läutete zu Ehren der Müllerin und Seniorchefin. Für die musikalische Umrahmung der Aussegnung zeigten sich Theodor und Georg Schaumlöffel verantwortlich. Der christliche Glaube an Gott sei für die Heimatsmüllerin ein enger Lebensbegleiter gewesen, führte Pfarrer Golla weiter aus. Ein bemerkenswertes Leben mit Auf und Ab sei nun zu Ende gegangen. Geboren wurde Hedwig Anna Ladenburger im Jahr 1939 in Hüttlingen. Neben Hedwig Anna hatten ihr Vater Franz Xaver Bullinger, Chef des Sägewerkunternehmens Bullinger und ihre Mutter Monika noch sechs weitere Töchter und zwei Söhne.

1963 hatte Hedwig Anna Ladenburger ihren Mann Max Ladenburger geheiratet, den damaligen Chef der Heimatsmühle. Aus der gemeinsamen Ehe gingen drei Kinder hervor. Pfarrer Golla streifte "die glückliche Kindheit und schweren Nachkriegsjahre." Ein schwerer Einschnitt sei der Großbrand im Jahr 1969 gewesen, als die Mühle völlig abbrannte. Zusammen mit ihrem Mann hatte Hedwig Ladenburger die Mühle wiederaufgebaut. Nicht unerwähnt ließ Pfarrer Golla die schwere Erkrankung der jetzt Verstorbenen im Jahr 1984, die sie mit Gottvertrauen und großem Willen überwunden habe.

Weitere Schicksalsschläge folgten: 2000 starb ihr Mann, elf Jahre später ihr ältester Sohn Maximilian, eigentlich der Heimatsmüller der nächsten Generation. Heute ist Franz Xaver Ladenburger Geschäftsführer der Heimatsmühle.

"Wir werden unsere Seniorchefin sehr vermissen", bedauert Dagmar Weber, die für das Personal- und Finanzwesen der Heimatsmühle verantwortlich ist.

Das Wohl der Mühle habe für Hedwig Anna Ladenburger immer im Vordergrund gestanden. Ebenso die Liebe zur Familie, betonte Pfarrer Golla. Mittendrin im Leben habe sie gestanden. "Eine Frau, die Begegnungen mit den Menschen liebte", setzte der Geistliche hinzu.

Sie habe im Stillen gewirkt und sich für andere eingesetzt. Für die Belegschaft würdigte Weber "Mensch und Lebenswerk." 57 Jahre im Dienste der Heimatsmühle stünden für eine erfüllte Zeit. "Sie hatte immer ein offenes Ohr für uns alle", erinnert sich Weber.

Ein arbeitsreiches Leben voller Traditionsbewusstsein sei zu Ende gegangen. Im Familiengrab auf dem Friedhof in Hofen fand die beliebte Heimatsmüllerin Hedwig Anna Ladenburger ihre letzte Ruhe.

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