Wenn der Coronatest nach Erdbeere schmeckt

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Lucas und Charlene machen gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen und -kameraden vor dem Unterricht einen Lolli-Test, auch die Lehrerin macht mit.
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Schülerinnen und Schüler müssen mehrmals wöchentlich einen Lollitest oder Schnelltest machen und nun wieder Maske am Platz tragen. Was sagen sie zum Prozedere? Ein Besuch in der Kappelbergschule.

Aalen-Hofen

Hier sieht es aus wie in einer Poststelle, zumindest ein bisschen. Denn in Schulleiterin Sandra Bretzgers Büro lagern PCR-Tests, Schnelltests und Verpackungsmaterialien in vielen Kartons in einer Ecke. Corona macht dies nötig. Genauer gesagt: Die Corona-Lollitests, die immer montags und mittwochs an der Kappelbergschule in Hofen durchgeführt werden – so auch an diesem Mittwochmorgen. Wie finden die Schülerinnen und Schüler die Tests im Vergleich zu Antigen-Schnelltests, die sie vor den Sommerferien dreimal wöchentlich machen mussten? Und was sagen sie zur Maskenpflicht, die ab sofort im Klassenraum gilt? Das zeigt ein Besuch in der Klasse 4 a.

Artikel, Adverbien, Corona

Maria Brinning holt das Testkit bei Sandra Bretzger ab, die bereitet die Päckchen jeden Morgen vor. Mit diesem geht die Lehrerin ins Klassenzimmer der 4a. Deutsch und Englisch stehen heute auf dem Stundenplan. Doch bevor Artikel, Adverbien und Adjektive Thema sind, drängt sich Corona in den Vordergrund. „Ab heute ist wieder Maskenpflicht“, sagt Maria Brinning zu den Schülerinnen und Schülern, die den Raum betreten – die meisten haben die Maske über Mund und Nase gezogen, ein paar wenige nur über den Mund, andere haben keine auf. Machts nichts. Die Lehrerin weist darauf hin, gibt frische Masken aus ihrem Pult und verteilt PCR-Lolli-Tests.

„Wir stellen uns vor, dass der Lolli nach Erdbeere schmeckt“, sagt Maria Birnning, während sie und die Viertklässler das Stäbchen im Mund hin und her schieben – konzentriertes Schweigen herrscht. Nach 30 Sekunden ist das Prozedere vorbei, die Lehrerin sammelt Stäbchen ein und verpackt diese. Nun wandern sie ins Labor. Am Mittwochabend oder spätestens am Donnerstagmorgen wird Gewissheit herrschen, ob Schülerinnen und Schüler infiziert sind.

„Ich finde die Tests im Mund besser als die in der Nase“, sagt Finn Weiß. Die Tests im Mund seien nicht so eklig, fügt Finns Klassenkameradin Lea Degenhardt hinzu. „In der Nase sind die Tests unangenehm, wenn man sie so oft hintereinander machen muss“, sagt Lenny Wengert. Zudem würden diese kitzeln. Auch Maia Calagno ist froh, dass an der Kappelbergschule Lollitests durchgeführt werden. Bei Antigen-Tests müsse sie niesen.

Finns besonderer Trick

Und was sagen die Vier dazu, dass sie nun wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen? Das ist gut, der Sicherheit wegen, ist sich das Quartett einig. Aber: „Manchmal bekomme ich unter der Maske schlecht Luft“, gibt Finn zu. Sein Trick: ein paar Runden ohne Maske über den Pausenhof rennen. „Man sollte sich nicht anstecken, daher ist Maske tragen besser“, sagt Maia. Nach dem Fange spielen in der Pause sei das Maske tragen etwas unangenehm, sagt Lenny. „Man schwitzt dann darunter.“

Nun, nachdem Corona für diesen Tag (fast) erledigt ist, wird es für die Vier Zeit, im Englisch- und Deutsch-Unterricht mitzuarbeiten.

  • Das sagen Schulleiterin und Schulleiter
  • An einigen Schulen im Kreis kommen PCR-Lollitests zum Einsatz, diese müssen zweimal in der Woche durchgeführt werden. Andere Schulen nutzen Antigen-Schnelltests, die dreimal in der Woche durchgeführt werden müssen.
  • „Die PCR-Tests sind genauer“, sagt Schulleiterin Sandra Bretzger. Zudem sei durch das schnellere Testverfahren, das Stäbchen muss für 30 Sekunden im Mund sein, mehr Zeit für den Unterricht. Von 100 Kindern sei seit Mitte September eines positiv auf Corona getestet worden, bilanziert sie. Die Ergebnisse bekommt sie übrigens am Abend der Testdurchführung in einer App aufs Handy und per Mail. „Es ist jedes Mal eine Erleichterung, wenn die Pools negativ sind“, sagt sie. Was sagt sie zur Regel, dass nun wieder eine Maske am Platz getragen werden muss? „Die Inzidenz bei den 10- bis 14-Jährigen ist hoch. Maske tragen ist für alle Beteiligten das Beste.“
  • Auch Matthias Thaler, Schulleiter der Greutschule, ist zufrieden mit der Testmethode. Klar, anfangs habe es ein paar Stolpersteine gegeben. Dies seien inzwischen aus dem Weg geräumt. „Die Tests werden pünktlich abgeholt und das Ergebnis kommt abends“, sagt er. Dass ein Pool positiv ist, komme an der Greutschule selten vor. Nur direkt nach den Ferien hätten mehrere Pools Coronainfektionen angezeigt. „Wir sind jetzt beruhigter, da die Testung genauer ist“, fügt Thaler hinzu.
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Zweimal in der Woche müssen Schülerinnen und Schüler der Kappelbergschule in Hofen einen PCR-Pooltest machen. Die Ergebnisse übermittelt das Labor am selben Tag an die Schulleiterin.
Zweimal in der Woche müssen Schülerinnen und Schüler der Kappelbergschule in Hofen einen PCR-Pooltest machen. Die Ergebnisse übermittelt das Labor am selben Tag an die Schulleiterin.
Zweimal in der Woche müssen Schülerinnen und Schüler der Kappelbergschule in Hofen einen PCR-Pooltest machen. Die Ergebnisse übermittelt das Labor am selben Tag an die Schulleiterin.
Zweimal in der Woche müssen Schülerinnen und Schüler der Kappelbergschule in Hofen einen PCR-Pooltest machen. Die Ergebnisse übermittelt das Labor am selben Tag an die Schulleiterin.
In dieser Dose wird ein Pool, die Stäbchen aller Schülerinnen und Schüler der Klasse, gesammelt.
Maia (links), Lenny, Finn und Lea besuchen die vierte Klasse der Kappelbergschule in Hofen.

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