Hofener Baugebiet „Eichholzweg“ zurück auf Start

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Rot schraffiert: das nächste Hofener Baugebiet "Eichholzweg", das als ökologisches Mustergebiet erschlossen werden soll.
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Warum sich OB Frederick Brütting veranlasst sah, den Beschluss abzusetzen.

Aalen. Eigentlich sollte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Erschließung des Baugebiets „Eichholzweg“ in Hofen beschlossen werden. Es kam anders. Am Ende der Diskussion sah sich Oberbürgermeister Frederick Brütting gezwungen, den Beschluss abzusetzen. „Wir werden der Ortsverwaltung mitteilen, dass der Bebauungsplan noch nicht beschlossen ist“, sagte Brütting.

Heftiger Gegenwind

Bereits in der Sitzung des Hofener Ortschaftsrats war der Antrag der Grünen-Fraktion des Aalener Gemeinderats, das Baugebiet „Eichholzweg“ als ökologisches Mustergebiet zu planen, in zwei Punkten auf heftigen Gegenwind gestoßen. Zum einen, weil die Stadtverwaltung den Bauherren eine Begrünung der Hausfassaden zur freien Landschaft hin vorschreiben will. Zum anderen, weil Kriterien für den Gebäudestandard in den Kaufverträgen festgeschrieben werden sollten. Ortsvorsteher Christian Wanner (CDU) sagte damals, man werde einen Antrag stellen, wonach die Fassadenbegrünung aus dem Bebauungsplan herausgenommen werden soll.

Entsprechend äußerte sich CDU-Fraktionssprecher Thomas Wagenblast dann in der Gemeinderatssitzung. Die CDU-Fraktion sei mit nahezu allen Punkten des Beschlussantrags einverstanden. Dennoch beantrage man in zwei Punkten eine Änderung: Eine Fassadenbegrünung brauche man nicht explizit vorschreiben. Dasselbe gelte für die Absicht, den Gebäudestandard über entsprechende Kaufverträge regeln zu wollen. „Das sind doch selbstverständliche Dinge. Jeder, der heute baut, bemüht sich um Energieeffizienz. Und nur so kann er auch die Förderungen ausschöpfen.“

„Völlig falsches Signal“

Für die SPD-Fraktion schloss sich Karl-Heinz Vandrey der Aussage Wagenblasts eins zu eins an. Auch Claus Albrecht (FW) betonte: „keine Vorgaben draufsatteln!“ Denn Bauen in heutiger Zeit sei ohnehin schwer finanzierbar. Dr. Frank Gläser (AfD) wehrte sich ebenfalls gegen die Festschreibung des Gebäudestandrads in den Kaufverträgen.

Grünen-Fraktionssprecher Michael Fleischer gab sich empört: Das sei ein völlig falsches Signal. „Damit kann man sich das ökologische Mustergebiet in die Haare schmieren!“ Wenn man den Forderungen von CDU, SPD, FW und AfD nachgebe, dann werde der „Eichholzweg“ ein ganz normales Baugebiet, das mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2035 nicht mehr vereinbar sei.

Brütting angesäuert

Auch OB Frederick Brütting klang angesäuert. Er erinnerte an entsprechende Beschlüsse der Gemeinderäte im März dieses Jahres, die auch die Fassadenbegrünung berücksichtigten. „Wenn sie jetzt gestrichen werden soll, hat das zur Folge, dass wir den Bebauungsplan noch einmal neu auslegen müssen, die Träger öffentlicher Belange erneut hören müssen ... das wird einige Zeit in Anspruch nehmen.“

Das Ergebnis der Abstimmung war deutlich: 27 Gemeinderäte waren gegen die Regelung des Gebäudestandards in Kaufverträgen, 13 dafür, zwei enthielten sich. Weiter waren 25 Räte dafür, die Fassadenbegrünung als Vorgabe aus dem Beschlussantrag zu streichen, 14 dagegen, einer enthielt sich.

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