Geistliches Wort in der Corona-Krise

Hoffnung auf die Polonaise

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Einer meiner Lehrer an der Universität Tübingen, Eberhard Jüngel, erzählte in einer seiner Vorlesungen, er stelle sich den Himmel vor wie ein heiteres Fest, auf dem die Menschen Polonaise tanzen.

Einer meiner Lehrer an der Universität Tübingen, Eberhard Jüngel, erzählte in einer seiner Vorlesungen, er stelle sich den Himmel vor wie ein heiteres Fest, auf dem die Menschen Polonaise tanzen. Er sagte: "Stellen Sie sich vor, Sie tanzen Polonaise, ein Mensch kommt Ihnen entgegen, Sie mögen ihn, sein Anblick macht Ihnen Freude. Ein anderer kommt auf Sie zu, Sie können ihn nicht leiden. Sie wissen, er ist gleich an mir vorüber und so ist auch diese Begegnung ein Grund zur Freude. Der Himmel ist voller Begegnungen, die allesamt Freude bereiten!"

Begegnungen, die wir unbeschwert genießen können. Das erwarte ich nicht nur im Himmel, das erwarte ich sehnsüchtig im Leben. Gegenwärtig erlebe ich, dass ich bei Begegnungen eher zurückzucke. Trägt mein Gegenüber eine Maske? Ist der Abstand zwischen uns ausreichend? Die Herausforderung scheint mir darin zu liegen, unsere wenigen Begegnungen so zu gestalten, dass der Virus nicht überspringt und gleichzeitig an der Hoffnung festzuhalten, dass wir wieder Polonaise tanzen können.

Pfarrer Martin Schuster

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