In Aalen kostenlos zum Glasfaseranschluss

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In Aalen wird das schnelle Internet trotz Förderstopp weiter ausgebaut.
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Die Stadt bekommt Fördergelder und baut damit das Breitbandnetz aus. Wer in einem bisher unterversorgten Gebiet wohnt, kann so kostenlos Glasfaser bis ins Haus bekommen.

Aalen. Zwar hat der Bund die Förderung für den Breitbandausbau gestoppt, in Aalen werden aber weiter Glasfaserkabel verlegt. Denn für das aktuelle Ausbauprogramm hat sich die Stadt bereits Fördergelder gesichert. Um die sogenannten weißen Flecken zu versorgen, also die Bereiche, in denen das Internet noch besonders langsam ist, gibt es 50 Prozent Förderung vom Bund, das sind rund 7,7 Millionen Euro, und noch einmal 40 Prozent vom Land obendrauf, das sind rund 6,1 Millionen Euro.

Die Stadt muss also nur zehn Prozent der Kosten tragen. Dank eines „Upgrade-Antrags“ können auch manche hellgrauen Flecken mitversorgt werden, also Bereiche, wo das Internet nur etwas schneller als auf den weißen Flecken ist. Bürgerinnen und Bürger müssen für den Anschluss nichts bezahlen. Kosten entstehen nur dann, wenn der Anschluss aktiviert und genutzt wird, also ein Tarif bei einem Anbieter gebucht wird.

In der vergangenen Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) hat die Stadtverwaltung über den aktuellen Stand des Ausbaus berichtet. Die CDU-Fraktion hatte das beantragt. 536 Gebäude (376 Privathaushalte und 160 Gewerbebetriebe) kommen für das Ausbauprogramm im Aalener Stadtgebiet infrage. Alle sind laut Sitzungsvorlage angeschrieben und gebeten worden, einen sogenannten Gestattungsvertrag zu unterschreiben, damit die Stadt dort die Glasfaseranschlüsse verlegen kann.

Doch das Interesse sei geringer gewesen als erwartet. Die Verwaltung hat daher alle, die bis August den Gestattungsvertrag noch nicht unterschrieben hatten, erneut angeschrieben. Außerdem fand im Sommer eine Informationsveranstaltung statt. „Zusätzlich konnten bei zahlreichen Telefonaten Unsicherheiten beseitigt und die Akzeptanz gesteigert werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Inzwischen haben 353 Haushalte unterschrieben.

Im Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen. Laut Sitzungsvorlage müssen bis Mitte 2024 alle Anschlüsse hergestellt und bis Ende 2024 in Betrieb genommen werden. Mit den Eigentümerinnen und Eigentümern werden vorher sogenannte Hausbegehungen vereinbart. Bei dem Vor-Ort-Termin wird ein Fragenkatalog durchgearbeitet. Dabei werden unter anderem die Trassenführung auf Privatgrund und der Hauseinführungspunkt abgestimmt und geklärt, ob sich vorhandene Rohre mitnutzen lassen. Diese Gebäude bekommen einen Glasfaserhausanschluss:

Dewangen: Höfe im Welland und Gewerbegebiet Dewangen werden angeschlossen. Dazu werden auf Gemarkung Dewangen circa 26 Kilometer Glasfaserkabel für rund 3,9 Millionen Euro verlegt.

Ebnat: Das Gewerbegebiet Ebnat, die Siedlung Südwest und der östliche Bereich der Jurastraße bekommen Glasfaseranschlüsse. In Ebnat werden dazu circa 7,8 Kilometer Kabel verlegt. Kostenpunkt: rund 0,9 Millionen Euro.

Fachsenfeld: Das Gewerbegebiet Fachsenfeld, Frankeneich, Sanzenbach, Steinfurt, zwei Häuser in der Scherrenbergstraße und die unterversorgten Bereiche westlich von Waiblingen werden angeschlossen. In Fachsenfeld werden dazu circa 8,9 Kilometer Kabel für rund eine Million Euro verlegt.

Hofen: Nach Goldshöfe und Wagenrain werden circa 1,1 Kilometer Glasfaserkabel für rund 400 000 Euro verlegt.

Unterkochen: Angeschlossen werden Birkhof, Häselbach und ein Haus in der Färberstraße. Verlegt werden circa 1,2 Kilometer Kabel für rund 300 000 Euro.

Unterrombach/Oberrombach: Sandberg, Rauental und Sofienhof werden angeschlossen. Dazu werden circa 14 Kilometer Glasfaserkabel für rund 1,7 Millionen Euro verlegt.

Waldhausen: Das Gewerbegebiet Waldhausen und die Arlesberger Straße bekommen schnelles Internet. 1,2 Kilometer Glasfaserkabel werden verlegt. Kostenpunkt: rund 150 000 Euro.

Wasseralfingen: Brausenried, ein Haus Am Schimmelberg, Erzhäusle, Mäderhof und unterversorgte Bereiche von Heisenberg werden angeschlossen. Circa elf Kilometer Glasfaserkabel werden verlegt. Das kostet rund 1,7 Millionen Euro.

Von den Fraktionen gab es Lob. Schnelles Internet sei so wichtig wie Wasser und Strom, sagte Thomas Wagenblast (CDU). Gabriele Ceferino (Grüne) findet, Glasfaser sei nicht nur wichtig, um Filme und Serien zu streamen, sondern auch fürs Homeoffice. Andrea Hatam (SPD) sagte: „Wir sind froh, dass es vorangeht.“ Jürgen Opferkuch (Freie Wähler) findet wichtig, dass die Stadt „weiter das Heft des Handelns in der Hand hält.“

Der nächste Schritt beim Breitbandausbau in Aalen

Die Stadtverwaltung möchte als Nächstes die verbleibenden hellgrauen und dunkelgrauen Flecken versorgen, also die Bereiche, in denen das Internet immer noch vergleichsweise langsam ist. Dazu war geplant, einen weiteren Förderantrag zu stellen. Nachdem der Bund aber den Förderstopp bekanntgegeben hat, konnte der Antrag nicht gestellt werden. Der Projektträger, so heißt es in der Sitzungsvorlage, habe aber bestätigt, dass es 2023 wieder möglich sein soll, Förderanträge zu stellen. Das Programm werde neu aufgelegt. ⋌ks

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